Praxis bei Online-Werbung

Brüssel verkündet Mega-Schlag gegen Internet-Gigant Google

Herber Schlag für den US-Internetgiganten Google: Die europäischen Wettbewerbshüter verhängen gegen den Konzern eine Milliarden-Strafe. Konkurrenten wie Microsoft oder Yahoo seien durch Praktiken benachteiligt gewesen.

Update vom 20. März, 12.56 Uhr: Drakonische Sanktion gegen Google! Die EU-Wettbewerbshüter haben eine Strafe von 1,49 Milliarden Euro gegen den amerikanischen Internetkonzern wegen des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung bei Online-Werbung verhängt. Das US-Unternehmen habe "durch restriktive Klauseln in Verträgen mit Websites Dritter" verhindert, dass Konkurrenten "Werbeanzeigen auf diesen Websites platzieren konnten", erklärte die EU-Kommission. Demnach erstreckte sich das rechtswidrige Verhalten über zehn Jahre, wurde aber 2016 eingestellt. Durch das Verhalten habe Google "seine beherrschende Stellung im Bereich der Suchmaschinenwerbung" zementiert, erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Es ist das dritte Mal, dass die Kommission Milliardenbußen gegen Google verhängt: Im Juni 2017 waren es 2,42 Milliarden Euro wegen der Bevorzugung seines Preisvergleichsdiensts. Im Juli 2018 folgten dann 4,34 Milliarden Euro wegen illegaler Praktiken bei seinem Handy- und Tablet-Betriebssystem Android.

Im Visier der Wettbewerbshüter war nun der Google-Werbedienst AdSense for Search. Er lieferte bei Suchen auf Websites von Google-Partnern mit den Ergebnissen auch Werbeanzeigen. Mit den Websites vereinbarte Google laut Brüssel Ausschließlichkeitsklauseln. Wettbewerbern bei Suchmaschinenwerbung wie Microsoft und Yahoo sei es in der Folge nicht möglich gewesen, "Werbeflächen auf den Ergebnisseiten der Google-Suchmaschine zu verkaufen". Die Kommission verwies darauf, dass auf Google nun in den EU-Staaten auch "zivilrechtliche Schadenersatzklagen" von Einzelpersonen oder Unternehmen zukommen könnten, "die von den wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen betroffen sind".

Rekordstrafe: Google muss in Frankreich 50 Millionen Euro zahlen

Paris - Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat gegen den amerikanischen Internet-Giganten Google wegen Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung DSVGO eine Rekordstrafe in Höhe von 50 Millionen Euro verhängt. Die DSVGO trat 2018 in Kraft und soll in erster Linie Bürgern mehr Transparenz über die von ihnen gespeicherten Daten verschaffen. Internet-Konzerne dagegen lassen sich nur ungern in die Karten schauen. Die Datenschutzhüter störten sich vor allem an mangelnder Transparenz und an dem erschwerten Zugang zu Informationen zu den gespeicherten Daten. Wie hart Google diese Strafe trifft, ist fraglich.

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