Zahl der Neuzulassungen so schwach wie zuletzt 1991 – Volkswagen verliert in Deutschland 20 Prozent

Düsterer September am Automarkt

Deutscher Automarkt so schwach wie lange nicht: Bis auf BMW mussten alle deutschen Hersteller deutliche Absatzverluste im September verbuchen. Foto: dpa

Flensburg/Baunatal. Der deutsche Automarkt ist auf den schwächsten Stand seit 21 Jahren gefallen. Im September kamen nur noch 250 000 Neuwagen auf die Straßen – rund elf Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Das ist der niedrigste Septemberwert seit 1991, als 233 000 Neuzulassungen beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg registriert wurden.

Erstmals muss auch Volkswagen Abstriche auf dem deutschen Markt machen. Hatte der Wolfsburger Autokonzern im August noch um 4,1 Prozent zugelegt, büßte die Marke VW nun im Vergleich zum Vorjahresmonat 20,1 Prozent ein. In Zahlen entspricht dies 10 000 Fahrzeugen. Offiziell äußert sich der Volkswagen-Konzern nicht zu den Neuzulassungen aus Flensburg und verweist stattdessen auf die offiziellen Absatzzahlen in der kommenden Woche. Ein Grund für diesen Abfall könnte der Modellwechsel beim Golf sein. Er kommt erst im November in den Handel.

Audi fiel um sechs Prozent, Seat verlor fast drei Prozent, Porsche verlor knapp 20 Prozent, während Konzerntochter Skoda um elf Prozent zulegte. Zwar hatte der VW-Konzern erst in der vergangenen Woche klar gemacht, dass auch auf ihn schwere Zeiten zukämen, dennoch hielt der Konzern an seinen Gewinnzielen für 2012 fest. Und wenn sich die 20 Prozent auf dem deutschen Markt auch dramatisch anhören, in den USA verkaufen die Wolfsburger weiterhin gut: Im September setzten die Wolfsburger in den Vereinigten Staaten 36 339 Autos ab, gut 34 Prozent mehr als noch vor einem Jahr, wie Volkswagen of America am Dienstag mitteilte. Das entspricht 12 000 Fahrzeugen.

Somit dürfte sich das Minus in Deutschland auch nicht wesentlich auf das VW-Getriebeleitwerk in Baunatal auswirken. Zuletzt produzierte VW Kassel pro Tag noch bis zu 17 000 Getriebe. Nach unbestätigten Informationen arbeitet das Werk mit einem Puffer von knapp zwei Tagesproduktionen.

Auch die anderen Fahrzeug-Hersteller mussten im September auf dem deutschen Markt deutliche Abstriche machen: Hersteller Opel beschleunigte seine Talfahrt mit einem Minus von 26 Prozent, Ford verlor über 22 Prozent, Fiat 21 Prozent. Mercedes büßte ein Prozent ein. Gewinner waren die koreanischen Marken Hyundai (plus 19 Prozent) und Kia (plus 15 Prozent), sowie BMW (plus neun Prozent). (mwe/dapd)

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.