Regierung legt Programm zur Förderung der Elektromobilität auf – Fahrzeuge zu teuer

E-Auto rechnet sich nicht

?Wie genau will die Bundesregierung die Elektromobilität nach vorn bringen?

!Die staatlichen Forschungsmittel für die Batterietechnik sollen auf eine Milliarde Euro verdoppelt werden. Elektroautos bleiben nicht wie bisher fünf, sondern zehn Jahre steuerfrei und bekommen Sonderfahrspuren und -parkplätze in den Innenstädten. Außerdem will der Staat bei Neuanschaffungen zehn Prozent E-Fahrzeuge kaufen.

?Welche Ziele verfolgt die Politik mit dem Programm?

!Bis 2020 sollen eine Million E-Autos auf die Straße kommen. Derzeit sind in Deutschland 42 Mio. Autos zugelassen.

?Ist dieses Ziel realistisch?

!Die Politik sagt ja. Die Autoindustrie befürchtet, dass ohne staatlichen Kaufanreiz wie in Frankreich und Großbritannien 2020 nur knapp 500 000 E-Autos auf den Straßen sein werden.

?Was kostet ein Elektroauto eigentlich?

!Die ersten Kleinwagen kosten 35 000 bis 42 000 Euro und sind damit dreieinhalb bis vier Mal so teuer wie herkömmliche Benziner.

?Warum sind die Fahrzeuge so teuer?

!Weil allein Batterie und Hochleistungselektronik rund 12 000 Euro kosten. Und die bislang sehr geringen Stückzahlen verteuern die Autos noch weiter.

?Rechnet sich ein E-Auto unter diesen Bedingungen?

!Nein. Nach Berechnungen des Auto-Professors Ferdinand Dudenhöffer verbraucht ein Elektro-Kleinwagen bei einer Fahrleistung von 15 000 Kilometern im Jahr für 622 Euro Strom. Ein vergleichbarer Benziner verursacht fast 1600 Euro Spritkosten. Das heißt, dass ein E-Auto mindestens 25 Jahre laufen müsste, um die Kaufpreisdifferenz hereinzufahren.

?Sind E-Autos umweltfreundlicher?

!Nur, wenn sie 100 Prozent Ökostrom tanken. Und selbst dann bezweifeln Umweltschützer, dass E-Autos ökologisch wirklich besser sind. Denn bei der Batterieproduktion wird extrem viel Energie verbraucht.

?Wie weit komme ich mit einer Batterieladung?

!Das hängt von der Batterieleistung ab. Die ersten Kleinwagen am Markt sind mit 100 bis 150 Kilometer angegeben. Allerdings gilt das nur bei sehr vorsichtiger Fahrweise und wenn Stromfresser wie Licht, Klima, Heizung und Stereo-Anlage aus bleiben. Bei strengem Frost sinkt die Reichweite erheblich.

?Wie lade ich die Batterie und wie lange dauert es?

!An einer normalen 220-Volt-Steckdose lädt ein leeres Akkupaket etwa sechs, mit einem Starkstromanschluss sind es nur zwei Stunden.

?Sind E-Autos bei einem Unfall genau so sicher wie normale Fahrzeuge?

!Das ist noch nicht klar. Erste Crahtests sollen zeigen, wie sich die Batterien bei Kollisionen verhalten.

Von José Pinto

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