German E-Cars bringt den ersten Elektro-Transporter seiner Klasse auf den deutschen Markt

E-Sprinter kommt aus Grebenstein

Grebenstein. Der Hersteller von Elektroautos, die German E-Cars GmbH in Grebenstein (Kreis Kassel), legt nach. Mit dem Kleinwagen Cetos auf Opel-Corsa-Basis und dem Transporter Plantos auf Grundlage des Sprinters von Mercedes-Benz erweitert das mittelständische Unternehmen seine Angebotspalette auf drei Fahrzeuge.

Im vergangenen Jahr lief die Serienproduktion des Stromos auf Basis des Suzuki Splash an. Seither hat German e-Cars fast 250 dieser Autos verkauft, davon 90 im vergangenen Jahr. 2011 sollen es insgesamt knapp 200 werden.

Derzeit kostet der Wagen 33 333 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Ein vergleichbarer Pkw mit Verbrennungsmotor ist für etwa ein Drittel dieser Summe zu haben. Der Verbrauch liegt bei 15 bis 20 Kilowattstunden je 100 Kilometer. Das entspricht nach aktuellen Preisen Stromkosten von etwa 4,40 Euro. Ein vergleichbarer Diesel-Pkw verbraucht etwa 6,50 Euro auf 100 Kilometer, ein Benziner fast neun Euro.

Der Cetos soll im November zum Stückpreis von knapp 43 000 Euro auf den Markt kommen. Das Fahrzeug hat 78 PS und kommt mit einer Batterieladung etwa 120 Kilometer weit. Der Plantos soll in der ersten Jahreshälfte 2012 folgen und dürfte dann der erste Serien-Elektro-Transporter in dieser Klasse auf dem deutschen Markt sein.

„Es läuft gut bei uns“, freut sich Geschäftführer Frank Laaber. German E-Cars fühle sich wohl in der Nische als Produzent kleiner Serien, Lieferant von Elektro-Antriebskomponenten und Batteriesystemen sowie als Prototypen- und Spezialfahrzeugbauer.

2012 bis zu 400 Fahrzeuge

Das kleine Unternehmen, eine Schwester-Gesellschaft der Fräger-Gruppe im benachbarten Immenhausen (Hintergrund), hat im vergangenen Jahr 3,8 Millionen Euro umgesetzt und nach Angaben Laabers schwarze Zahlen in ungenannter Höhe geschrieben. In diesem Jahr soll sich der Umsatz mehr als verdoppeln und das Ergebnis ebenfalls positiv sein. 2012 wollen die Grebensteiner Elektromobilitätsprofis 300 bis 400 Fahrzeuge an den Kunden bringen.

59 Beschäftigte arbeiten derzeit an den Elektro-Mobilen, je 27 bei German E-Cars und bei Fräger selbst sowie fünf in einem Forschungsprojekt in Cottbus in Brandenburg.

Komponentenlieferant

Laaber ist zuversichtlich, dass German E-Cars in den nächsten drei bis vier Jahren noch gute Geschäfte mit seinen Fahrzeugen macht. „Dann kommen die Autobauer mit größeren Serien und vermutlich geringen Preisen“, sagt er. Bange um die Zukunft ist ihm nicht: „Mittelfristig setzen wir auf Batteriesysteme, Antriebskomponenten, Nischen- und Spezialfahrzeuge. Da haben wir einiges in Planung.“ Konkrete Projekte will er unter Hinweis auf den Wettbewerb nicht nennen.

Im Sommer 2009 hatte Fräger inmitten in der Krise in Rekordzeit einen eigenen Elektroantrieb entwickelt und die Fachwelt überrascht. Kurze Zeit später brachte Fräger als erster deutscher Anbieter das Serien-Elektrofahrzeug Benni auf den Markt. Es wurde im vergangenen Jahr vom Stromos abgelöst.

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