Flottenkunden sollen Elektroantrieb testen – SMA sichert VW Kooperation zu

VW: E-Up 2013 in Großserie

Wolfsburg/Baunatal. „Wir werden zunächst mit Fahrzeugen auf der Golf-Basis Erkenntnisse mit dem Elektroantrieb sammeln. Die Autos werden jetzt an einen speziellen Kreis von Flottenkunden ausgegeben. Ab 2013 wird der Kleinstwagen Up als Elektroauto in der Großserie lieferbar sein“ – sagte VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg im Interview mit den Düsseldorfer VDI-Nachrichten.

Während Hackenberg für 2013 bereits den Großserienstart des E-Up ankündigt, gibt sich der Wolfsburger Autobauer wortkarg: „Hinsichtlich des Produktionsstandortes gibt es noch keine Entscheidung.“

Dabei arbeitet der Konzern auf Hochtouren an dem Thema – zumindest an einem E-Antrieb. Das wurde auf einer Podiumsdiskussion zur Zukunftsstrategie deutlich, zu der der Kasseler VW-Betriebsratschef, Jürgen Stumpf, eingeladen hatte. „Wir werden Volkswagen unterstützen, wenn der Konzern das will“, sagte Günther Cramer, Vorstandsprecher des Solartechnikspezialisten SMA in Niestetal (Kreis Kassel). Die Entscheidung liege aber in Wolfsburg.

Bei dieser denkbaren Kooperation von VW und SMA geht es um den Aufbau einer Fertigung für die Leistungselektronik, bei der SMA gemeinsam mit der Universität Kassel Wissen beisteuern will. Cramer stellte aber klar: „Wir werden kein Automobilzulieferer.“

Die Leistungselektronik ist das Gehirn des E-Antriebs. Mit ihr lassen sich Elektroantriebe sehr flexibel und genau steuern. VW-Werkleiter Hans-Helmut Becker würde ein Engagement seitens SMA freuen. Denn dadurch würde die Fertigungstiefe und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts beim E-Antrieb steigen.

Zum Auftakt der Podiumsdiskussion hatte der Berliner Journalist Harald Schumann die gegenwärtige wirtschaftliche und finanzielle Krise sowie den Klimawandel analysiert. Ein Fazit war, dass die Autogesellschaft – so wie sie sich derzeit präsentiere  – keine Chance auf eine Zukunft in punkto Beschäftigung und Energieverbrauch habe. Denn sollte der Preis für Kraftstoffe steigen, werde der Gebrauch der Fahrzeuge der jetzigen Generation zum Luxus. Einzig auf Elektroautos umzusteuern, reiche nicht. Um Beschäftigung zu sichern müssten die großen Konzerne mehr diversifizieren. Ein Beispiel seien die Kellerkraftwerke von VW und auch die Schiffsmotoren, die im VW-Werk Salzgitter produziert würden, so der Betriebsratsvorsitzende Andreas Blechner.

Ein höherer Ölpreis könnte ein Beschleuniger für E-Autos sein, sagte Wolfgang Müller-Pietralla, Leiter Zukunftsforschung und Trendtransfer bei Volkswagen. In Wolfsburg würden derzeit verschiedenste Szenarien durchgespielt.

Seine Prognose aus heutiger Sicht: 2020 werden E-Autos unterhalb der Polo-Klasse mit einer Reichweite zwischen 60 und 150 Kilometern die größte Rolle spielen. Doch nach wie vor ist der Batteriepreis ein Handicap. Für den kleinsten Golf würde die Batterie derzeit 15 000 Euro kosten.

Von Martina Wewetzer

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