E10: Autofahrer zahlen Milliarden drauf  - Ausweichen auf Super Plus ist teuer

Stuttgart. Der Boykott des Kraftstoffs E10 hält weiterhin an: Nur ein knappes Drittel derjenigen, die den neuen Bio-Sprit eigentlich tanken könnten, greift auch tatsächlich zum E10-Tankrüssel. Die Mehrheit tankt aus Angst vor möglichen Schäden den teureren Super Plus.

Zumal etliche Tankstellen kein „altes“ Super mehr führen. Dieser Boykott kommt die Autofahrer teuer zu stehen. Nach Berechnungen des Stuttgarter Auto-Clubs ACE zahlen die E10-Verweigerer bundesweit bis zu 1,5 Milliarden Euro im Jahr mehr.

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Verglichen hat der Autoclub die Mehrkosten bei einem VW Golf 1,4 TSI, 90 kW und einem Verbrauch (Werksangaben) von 6,2 Litern. Dabei hat der Club folgende Preise zugrunde gelegt: ein Liter Super E10 für 1,562 Euro, Super für 1,598 Euro und Super Plus für 1,641 Euro. Eine Tankfüllung von 55 Litern mit E 10 kostet demnach 85,91 Euro, mit Super Plus 90,26 Euro. Das ist ein Unterschied von 4,35 Euro je Tankfüllung.

Von den 42,3 Mio. zugelassenen Pkw sind 30,4 Mio. Benziner. Schätzungsweise zwei Drittel von ihnen tanken derzeit Super Plus Benzin. „Daraus errechnen sich Mehrkosten von 1,5 Mrd. Euro“, sagt ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner am Freitag. Die Ölmultis würden ein arges Spiel treiben.

Fotostrecke: Die wichtigsten Infos zum E10-Benzin

Bio-Sprit E10: Die wichtigsten Infos

„Sie wollen Autofahrer auf E10 zwangsverpflichten”, so der ACE-Sprecher. Solange die Regierung nichts gegen den Preiswucher unternehme, werden sie auch die Verbraucher nicht von E10 überzeugen. Zumal in der Rechnung nicht berücksichtigt wurde, dass E10 nicht so effizient sei, wie das „alte“ Super. (mwe)

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