Streiks bei Lufthansa und Easyjet in Vorbereitung

+
Easyjet hat sich zuversichtlich gezeigt, den Sommer-Flugplan auf jeden Fall einhalten zu können. Die Mehrheit des Kabinenpersonals sei nicht gewerkschaftlich organisiert. Foto: Ralf Hirschberger

Die Fluggesellschaften Lufthansa und Easyjet könnten demnächst bestreikt werden, mal wieder von den Piloten oder erstmals von den Flugbegleitern. Doch eine Gruppe verhandelt auch.

Frankfurt/London (dpa) - Den großen europäischen Fluggesellschaften Lufthansa und Easyjet stehen möglicherweise bald Streiks ins Haus.

Während bei den rund 2000 Flugbegleitern des britischen Billigfliegers eine Urabstimmung über einen Arbeitskampf im August begann, beriet die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mit einer neu formierten Tarifkommission über den möglichen 13. Streik bei der Lufthansa. Von konstruktiven Gesprächen konnte Lufthansa nur bei der deutschen Kabinengewerkschaft Ufo berichten.

Die VC hat mitten im härtesten Arbeitskampf der Lufthansa-Geschichte ihre Tarifkommission neu aufgestellt. Das 16-köpfige Gremium wählte den Co-Piloten Benjamin Sindram zum Sprecher, wie aus einem VC-Schreiben vom Dienstag an die Mitglieder hervorgeht. Er folgt dem langjährigen Sprecher Thomas von Sturm, der sich nicht zur Wiederwahl gestellt hatte. Die Tarifkommission der VC führt die Tarifverhandlungen mit der Lufthansa und entscheidet über Streiks.

Über das weitere Vorgehen im Tarifkonflikt sei noch nicht entschieden, sagte ein VC-Sprecher auf Nachfrage. Die am Montag begonnenen Beratungen der Kommission dauerten an, mit Ergebnissen sei möglicherweise erst in der kommenden Woche zu rechnen. Offiziell geht es um Versorgungsfragen für rund 5400 Lufthansa- und Germanwings-Piloten. Die VC will aber auch die neue Billigstrategie unter dem Markendach "Eurowings" bekämpfen.

Ohne konkrete Ergebnisse, aber mit weiteren Verhandlungsterminen bis zum 6. August sind hingegen die Ufo-Vertreter aus den wiederaufgenommenen Verhandlungen mit der Lufthansa gekommen. Es zeige sich immer deutlicher, dass man in Arbeitsplatzfragen nicht zum Abschluss komme könne, solange der Konflikt zwischen Lufthansa und den Piloten ungelöst bleibe, sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies.

Bei Easyjet soll am 3. August das Ergebnis der Abstimmung feststehen, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Unite. Nach britischem Gesetz dürfte der Ausstand des Kabinenpersonals dann frühstens am 10. August und spätestens am 31. des Monats beginnen. "Wenn es zum Streik kommt, würde das schwere Störungen im Betrieb bedeuten", sagte der Gewerkschaftssprecher. "Aber wir haben Easyjet zu Gesprächen aufgefordert." Die Airline sei sehr profitabel und könne sich leisten, ihren Flugbegleitern eine "anständige" Gehaltserhöhung zu geben, erklärte der Sprecher.

Gewerkschaft Unite zum Streik (Mitteilung vom 6. Juli)

Easyjet zum Streik (Mitteilung vom 6. Juli)

Mitteilung Ufo zu weiteren Verhandlungen, 11.Juli

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.