Das Internet-Auktionshaus setzt auf gewerbliche Händler statt Flohmarkt-Angebote

Ebay baut am Image

Das neue Logo des Auktionshauses: Die altbekannten bunten Buchstaben erscheinen jetzt dreidimensional. In ihnen spiegeln sich Bilder von Verkaufsräumen mit Neuwaren wie Möbel, Autos und Kleidung wider. Foto: ebay/nh

das Internet-Auktionshaus ebay positioniert sich neu: Aus dem virtuellen Flohmarktportal, auf dem Privatleute ihre Dachbodenschätze anbieten, soll eine Handelsplattform für gewerbliche Verkäufer mit Festpreisen werden.

Den weltweit angelegten Imagewandel angestoßen hat Konzernchef John Donahoe, der seit 2008 an der Spitze des kalifornischen Unternehmens steht. Er verweist dabei auf die Zahlen: Bereits im vergangenen Jahr entfielen bei dem kalifornischen Unternehmen 60 Prozent des weltweiten Handelsvolumen 11,9 Milliarden Euro auf Festpreisverkäufe. Mehr als 80 Markenanbieter sind bereits mit eigenen ebay-Warenkatalogen vertreten. Der Gewinn des Unternehmens lag bei 1,26 Mrd. Euro. Allein in Deutschland, wo ebay bei Markteintritt im Jahr 1999 die Plattform alando.de übernahm, wurde ein Umsatz von 840 Mio. Euro erzielt

In 50 000 Kategorien sind nach Angaben von Jan Waltenbauer, Marketing-Direktor von ebay-Europa, ständig 30 Mio. Artikel im Angebot. “Wir wollen ein modernes Shopping-Universum auf dem Markt etablieren“ erklärt er.

Das Motto „3,2,1 – meins“, das bisher den Auktionscharakter unterstreichen sollte, wird deshalb bereits seit einigen Wochen durch „Mein Ein für Alles“ ersetzt, um dem Anspruch eines Komplettanbieters gerecht zu werden. Entsprechende Werbemaßnahmen lässt sich ebay einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Ganz verschwinden sollen Privatauktionen zwar auch in Zukunft nicht. Nach den Wünschen der Konzernleitung aber werden sie nur noch am Rande laufen. Stattdessen soll für ebay-Kunden sogar der Gang zum Fachhändler unnötig werden, weil er seinen virtuellen Laden mithilfe seines Smartphones in der Hosentasche mitnehmen kann.

Nach Unternehmensangaben haben derzeit 16 Millionen Deutsche ein ebay-Konto. Aufrufen tun sie dieses schon jetzt zunehmend von unterwegs: So wird alle zehn Sekunden ein Artikel über die ebay-Applikation für Mobiltelefone verkauft – darunter sind nicht nur Elektronikgeräte und Kleidung, sondern auch Alltagsgegenstände wie Zahn- und Toilettenbürsten.

Von Sonja Broy

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