Lebensmittelhändler bauen Position aus: Edeka besser als der Markt

Hans R. Schneeweiß Archivfoto: nh

Melsungen/Hamburg. Die Edeka-Hessenring-Gruppe in Melsungen (Schwalm-Eder-Kreis) wird in diesem Jahr beim Umsatz erstmals die Zwei-Milliarden-Euro-Hürde überspringen.

„Das werden wir locker schaffen“, erklärte der Vorstandssprecher des Handelsunternehmen, Hans-R. Schneeweiß. 2010 steigerte Edeka-Hessenring den Gruppenumsatz um 2,1 Prozent auf knapp 1,92 Milliarden Euro und damit stärker als der Lebensmittel-Gesamtmarkt, der um nur 1,2 Prozent wuchs.

Grund für den angestrebten deutlichen Umsatzanstieg ist die Übernahme der Ratio-Gruppe durch den Edeka-Verbund, in dessen Zuge der Edeka-Hessenring das große Ratio-Einkaufzentrum in Baunatal (Kreis Kassel) sowie ein Fachmarkt und vier Großverbrauchermärkte in Westdeutschland zugefallen sind.

Geschäft abgegeben

Dass Edeka-Hessenring 2010 weniger stark wuchs als die gesamte Edeka-Organisation mit ihren sieben Regionalgesellschaften begründet Schneeweiß unter anderem mit der Schließung des Herkules-Markts in Göttingen, der Privatisierung anderer Herkules-Häuser und der Abgabe von Tankstellen. Den vollständigen Geschäftsbericht legt Edeka-Hessenring im Juni auf der Gesellschafterversammlung vor.

Haupttätigkeitsfeld von Edeka-Hessenring ist das Großhandelsgeschäft mit den rund 600 Eigentümer-geführten Märkten sowie 100 zumeist eigenen, großen Verkaufseinrichtungen wie Herkules, Marktkauf und SB-Union in Hessen, Südniedersachsen, Thüringen und Ostwestfalen sowie Teilen von Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Bundesweit halten rund 4500 selbstständige Kaufleute – davon 300 im Edeka-Hessenring-Gebiet – direkt und indirekt alle Anteile der gesamten Handelsorganisation. Sie beschäftigt bundesweit mehr als 300 000 Mitarbeiter, davon etwa 16 000 im Bereich der Edeka-Hessenring.

Der Edeka-Verbund steigerte seinen bundesweiten Umsatz 2010 um 3,4 Prozent auf 43,5 Mrd. Euro. Im Lebensmitteleinzelhandel mit Endkunden legte der Umsatz sogar um 3,9 Prozent auf 39,1 Mrd. Euro zu. Dass Edeka deutlich kräftiger zulegen konnte als der Markt, liegt vor allem am stark gewachsenen Konzerndiscounter Netto mit seinen 4000 Läden. In den nächsten Jahren sollen 1000 weitere hinzukommen.

Von José Pinto

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