Handelsgruppe  - leichte Teuerung bei anderen Produkten

Fleisch wird teurer: Edeka rechnet mit Aufschlägen von bis zu 20 Prozent

Bei Edeka Hessenring läuft es rund: Das Handelsunternehmen hat seinen Marktanteil 2010 erneut erhöht. Fotos: Pinto/dpa

Melsungen. Fleisch und Fleischprodukte werden in den kommenden Wochen deutlich teurer. Der Vorstandssprecher der Edeka-Hessenring-Gruppe in Melsungen (Schwalm-Eder-Kreis), Hans-Richard Schneeweiß, rechnet mit Preisaufschlägen von 15 bis 20 Prozent.

Als Grund nannte er die steigenden Exportraten sowie die knappen Mastkapazitäten in Deutschland. Auch für andere Warengruppen registriert Edeka steigende Preise. Übers gesamte Sortiment sehen Schneeweiß und sein Vorstandskollege Hans-Jürgen Steffen derzeit eine Teuerung von unter zwei Prozent gegenüber 2010.

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„Lebensmittel waren selten so preiswert wie derzeit“, betont Steffen. 1970 noch habe ein Haushalt 24 Prozent des Einkommens für den Kauf von Lebensmittel verwenden müssen, heute seien es nur noch 14 Prozent.

Unterdessen hat sich die Lage beim Gemüse laut Schneeweiß normalisiert. Nach der Ehec-Epidemie hatten viele Kunde aus Angst vor dem gefährlichen Keim kaum noch Gemüse gekauft. Schneeweiß rechnet damit, das Ehec dem Handelsunternehmen eine Million Euro Rendite kosten wird.

Nach einem sehr guten Geschäftsverlauf im vergangenen Jahr erwartet der Edeka-Hessenring-Chef für 2011 einen Umsatzanstieg von knapp zehn Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro. Grund für das kräftige Wachstum ist vor allem die erstmalige Einbeziehung des Geschäfts des Ende 2010 übernommenen Ratio-Einkaufszentrums in Baunatal (Kreis Kassel) sowie von vier Großkunden-Märkten in Nordrhein-Westfalen. Über das angestrebte Ergebnis machte Schneeweiß keine konkreten Angaben. „Es wird aber unter Vorjahreniveau liegen“, sagte er.

2010 hatte die Edeka-Hessenring-Gruppe den Umsatz um 2,1 Prozent auf fast 1,92 Mrd. Euro gesteigert und war somit erneut kräftiger gewachsen als der Gesamtmarkt mit einem Umsatzplus von 1,2 Prozent. Beim Überschuss legte das Handelsunternehmen vor allem wegen hoher Beiträge der Tochtergesellschaften überproportional um fast 20 Prozent auf knapp 21 Millionen Euro zu.

Kerngeschäftsfeld des genossenschaftlichen Unternehmens ist der Großhandel mit derzeit 521 Inhaber-geführten Edeka-Supermärkten in Hessen, Südniedersachsen, Thüringen, Ostwestfalen und Teilen von Rheinland-Pfalz sowie mit 90 eigenen, großen Verkaufseinrichtungen wie Herkules, SB-Union und Marktkauf-Häusern. Außerdem betreibt Edeka Hessenring ein eigenes Fleischwerk am Stammsitz in Melsungen.

Ebenso wichtig wie Umsatz- und Ergebniszahlen ist der seit Jahren wachsende Marktanteil von Edeka Hessenring in ihrem Geschäftsgebiet mit rund 3,6 Mio. Einwohnern. Er stieg von 26,6 Prozent im Jahr 2008 auf 29,5 Prozent im vergangenen Jahr.

Gemeinsam mit den Aktivitäten anderer Edeka-Gesellschaften sowie des zum Edeka-Verbundes gehörenden Discounters Netto brachte es die gesamte Organisation im Edeka-Hessenring-Gebiet 2010 auf einen Marktanteil von 37,9 Prozent. Weit abgeschlagen folgen auf den weiteren Rängen Rewe mit 19 und Aldi mit 14,2 Prozent.

Von José Pinto

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