EHEC-Epidemie kostet Deutschland Millionen

+
Ein Bauer häckselt Hunderte Salatköpfe.

Berlin - Nicht nur Landwirte und Gemüse-Gärtner beklagen hierzulande massive Verluste, auch die Krankenhäuser rechnen mit starken Zusatzausgaben. Die Kosten gehen in die Millionen.

Versicherungsgesellschaften können nach eigenen Angaben die Extrakosten derzeit noch nicht abschätzen. Allein die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) erwartet Mehrkosten im mehrstelligen Millionenbereich. Vor allem im Norddeutschland rechne er mit zusätzlichen Ausgaben von mehreren 100.000 Euro pro Krankenhaus, sagte DKG-Sprecher Moritz Quiske der Nachrichtenagentur dapd am Dienstag. In Hamburg und Bremen betreuten aktuell 17 Krankenhäuser EHEC-Fälle.

EHEC: Die wichtigsten Fragen und Antworten

EHEC: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Die zusätzlichen Kosten entstünden vor allem im Personalbereich, durch Ausgaben für die Separation und den Austausch von Blutplasma und die Isolation von Verdachtsfällen. Zudem seien die Kliniken gesetzlich verpflichtet, bei einem starken Anstieg der Fallzahlen den Krankenkassen einen Rabatt pro Patient zu gewähren.

Landwirte von der Existenz bedroht

Auf der Erzeugerseite schätzt der Deutsche Bauernverband (DBV), dass den Landwirten durch den Ernteausfall täglich bis zu fünf Millionen Euro Einnahmen entgehen. “An einem normalen Tag beträgt der Umsatz bei Gemüse 10 Millionen Euro, derzeit wird es ungefähr die Hälfte sein“, sagte ein Sprecher des DBV. Insgesamt beliefen sich die Einbußen bereits auf über 50 Millionen Euro.

EHEC: Was die Bauern mit ihrer Ware machen

EHEC: Was die Bauern mit ihrer Ware machen

Die besonders betroffenen Gemüse-Gärtner müssen nach Aussage des Zentralverbands Gartenbau auch für die Entsorgung des Gemüses und teilweise für Tests ihrer Ernte auf den EHEC-Erreger aufkommen. Nach Angaben des Pharmaunternehmens Merck kosten 25 ihrer Schnelltests 500 Euro.

“Zusätzlich gibt es beim Personal Ausfälle“, sagte Heinz Herker, Präsident des Zentralverbands Gartenbau. Teilweise müssten die Betriebe Erntehelfer entlassen oder Personal in den Urlaub schicken. Die Existenz vieler Betriebe sei bereits akut bedroht.

dapd

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.