VW XL1 - das Kein-Liter-Auto von VW könnte 2013 vom Band laufen

Kassel/Wolfsburg. Erst war es nur ein Konzeptauto, nun ist es serienreif: das Ultrasparmobil XL1 von Volkswagen. Bereits 2013 könnte es als Kleinserie in einem VW-Werk in Deutschland vom Band laufen, bestätigte am Mittwoch ein Konzernsprecher in Wolfsburg.

Preis und Stückzahl seien noch offen. Firmenpatriarch Ferdinand Piëch (73) erklärte, es sei noch zu früh für genauere Angaben.

Ein-Liter-Flitzer von VW könnte 2013 vom Band laufen

Konzeptionell verbirgt sich hinter dem XL1 die dritte Entwicklungsstufe der Ein-Liter-Auto-Strategie. Der heutige VW-Aufsichtsratschef Piëch hatte 2002 das Ziel formuliert, ein alltagstaugliches Auto mit einem Verbrauch von einem Liter zur Serienreife zu bringen.

Mit dem Hybrid-Fahrzeug XL1 könnte dies nun gelingen, denn die Wolfsburger sind ein großes Stück vorangekommen: Der Alltagsnutzen ist erkennbar, es sieht aus wie ein richtiges Auto. Gezeigt wurde dieser Ökoflitzer in Doha im Emirat Katar, dort wo Öl sprudelt. Katar ist mit 17 Prozent drittgrößter Aktionär bei VW.

Der Verbrauch: Nur 0,9 Liter pro 100 Kilometer lautet der offizielle Durchschnittsdurst. Dabei bläst der XL 1 lediglich 24 Gramm CO2 pro Kilometer in die Umwelt. Das Auto hat eine kohlefaserverstärkte Karosserie und wiegt mit 795 Kilogramm etwa ein Drittel weniger als ein Golf. Verantwortlich für die meisten Kilos ist die Lithium-Ionen-Batterie. Die windschlüpfrige Karosserie mit den verkleideten Rädern ermöglicht einen cw-Wert von 0,186 - das drückt den Verbrauch.

Die Karosserie: Statt die Karosserie aus Kohlefasermatten aufzubauen - sie werden in der Formel 1 für den Bau des Monocoque verwendet - spritzt VW Kohlefasern (siehe Stichwort). „Dieses Fertigungsverfahren hat sich VW patentieren lassen“, so ein Sprecher. Mit 3,81 Meter Länge erreicht er Polo-Maß, mit 1,14 Meter Höhe ist er so flach wie ein Lamborghini. Die Passagiere sitzen im Zweisitzer nicht mehr wie beim L1 hintereinander, sondern nebeneinander.

Der Motor: Als Antrieb dient - wie beim Vorgänger L1 - ein Zweizylinder-TDI, der 48 PS hat. Dazu kommt ein 27 PS starker Elektromotor. Damit beschleunigt der XL 1 in nur 11,9 Sekunden auf Tempo 100. Bei Tempo 160 ist für den Dieselhybrid Schluss. Ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) überträgt die Antriebskraft auf die Räder. Dieses DSG dürfte aus dem VW-Kassel in Baunatal kommen. Den Fahrzeug-Abmessungen zufolge müsste es ein DSG 200 sein. Den Dieselhybrid gab es bereits im L1, neu ist die Plug-in-Fähigkeit: Der Lithium-Ionen-Akku kann über Nacht an einer normalen Steckdose geladen werden. Mit der Batterie kommt er 40 Kilometer weit, der Tank fasst zehn Liter.

Von Martina Wewetzer

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