Ein Weltmeister aus Bebra

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Weltmeister: Am 13. Juli nahm Shkodran Mustafi die goldene Medaille in Brasilien entgegen und feierte zusammen mit seinen Teamkollegen Ron-Robert Zieler (links), Jérome Boateng (hinten) und Kevin Großkreutz (rechts) den vierten Weltmeistertitel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Shkodran Mustafi und sein Vater Kujtim sind mal wieder im Auto unterwegs Richtung Flughafen. Mit im Gepäck: ein ganz frisch unterzeichneter Fünfjahresvertrag beim spanischen Erstligisten FC Valencia. „Wir sind total happy“, sagt Kujtim Mustafi.

Und das können sie auch sein, die Mustafis, denn schließlich ist der 23-jährige Bebraer im Juli dieses Jahres Fußball-Weltmeister mit der deutschen Nationalmannschaft geworden. Der lang ersehnte vierte Stern ziert nun auch das Trikot des waschechten Nordhessen, dessen Karriere sich liest wie ein Kindheitstraum.

Donny will siegen

In Bad Hersfeld geboren, fing Mustafi im Alter von sieben Jahren an, Fußball zu spielen – beim 1. FV Bebra, heute FSG Bebra. Als Donny kennt ihn dort jeder und sein Vater erinnert sich noch genau an die Anfänge: „Donny wollte schon immer Fußballprofi werden. Von Anfang an hatte er einen unglaublichen Ehrgeiz. Den braucht man aber auch, wenn man so etwas erreichen will.“ Dank seines Einsatzes wird Mustafi schnell immer besser und gilt schon im E-Jugendalter als außergewöhnlich zweikampf- und kopfballstark.

Im DFB-Stützpunkt Bad

Hersfeld wird er erst für die Kreisauswahl Hersfeld-Rotenburg, später über die Bezirksauswahl Fulda auch für die Hessenauswahl nominiert. „Donny wurde immer von seinen Trainern gefördert. Die hatten es aber auch leicht mit ihm, weil er einen unglaublichen Siegeswillen hatte und sich immer weiterentwickeln wollte“, sagt Kujtim Mustafi.

Mit nur 14 Jahren verlässt Shkodran Mustafi die nordhessische Heimat und wechselt ins Fußballinternat des HSV nach Hamburg. Zum defensiven Mittelfeldspieler und Innenverteidiger umgeschult, wird der FC Everton aus der englischen Premier League auf den jungen Hessen aufmerksam und nimmt ihn für die Jahre 2009 bis 2012 unter Vertrag. Bei Sampdoria Genua in Italien kann er sich dann als Stammspieler etablieren.

Bei der Nationalmannschaft läuft es noch besser für ihn: 2009 wird er mit der U-17-Mannschaft Europameister und im Jahr 2013 tritt er mit der U-21-Auswahl bei der Europameisterschaft in Israel an.

Donny ist Weltmeister

Sein Kindheitstraum geht für den Bebraer vollends in Erfüllung, als Anfang Juni sein Handy klingelt und Bundestrainer Jogi Löw ihn telefonisch für die Weltmeisterschaft nachnominiert. „Dieser Moment war einfach unbeschreiblich. Ich habe bis jetzt noch nicht richtig realisiert, was in meinem Leben in den letzten Monaten alles passiert ist. Ich bin Weltmeister – das ist ein unglaubliches Gefühl“, sagt Shkodran Mustafi.

Ähnlich erlebt hat die Situation auch sein Vater Kujtim, der seinen Sohn schnell nach Mainz bringen musste, damit er als Ersatz für den verletzten Marco Reus die Reise nach Brasilien antreten konnte. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass Donny als Held nach Bebra zurückkehren würde. Umso größer war der Empfang, als der frischgebackene Weltmeister aus Brasilien in seiner Heimatstadt ankam. „Auch wenn ich jetzt nach Spanien gehe, werde ich oft nach Bebra zu Besuch kommen. Hier ist meine ganze Familie, hier ist meine Heimat“, sagt Shkodran Mustafi. Und wem das noch nicht Versprechen genug ist: „Donny ist ein Familienmensch und er baut gerade ein Haus in Bebra“, beruhigt sein Vater alle nordhessischen Fans. Er bleibt den Bebraern also erhalten – der Junge von nebenan, der Fußball-Weltmeister, der Nordhessen-Champion.

EVA-MARIA BIEDENBACH

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