Lieber Investitionen als Gewinnsprünge: Die Einbecker legen beim Ertrag nur leicht zu

KWS fährt mehr Gewinn ein als im Vorjahr

Einbeck / Frankfurt. Der Einbecker Saatguthersteller KWS hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 mehr Umsatz und Gewinn eingefahren als im Vorjahr. 

Das Unternehmen setzte in der Gruppe 1,26 Milliarden Euro um, sieben Prozent mehr als vor Jahresfrist. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieben 138 Millionen Euro übrig und unterm Strich 84 Mio. Euro.

Der Gewinn fiel damit zwar etwas besser aus als im Vorjahr, reichte aber nicht die Ergebnisse von 2012/13 heran. Die Anleger dürfte das nicht überrascht haben: Die KWS Saat SE, die sich gemessen am Nutzpflanzen-Umsatz weltweit auf Platz vier nach den Konkurrenten Monsanto, DuPont/Pioneer und Syngenta einsortiert, hatte sie bereits auf eine gemächlichere Gangart eingestimmt. Der Grund dafür sind kräftig gestiegene Investitionen. Im Geschäftsjahr 2014/15 (30. Juni) kletterten sie um 70 Prozent auf fast 141 Millionen Euro. Ein größerer Brocken war dabei die Komplettübernahme des französischen Getreide- und Rapssaatgutherstellers Momont, an dem KWS zuvor zu 51 Prozent beteiligt war. Über den Kaufpreis schweigt das Unternehmen sich aus, die Summe dürfte sich jedoch zwischen 20 und 30 Millionen Euro bewegen. Weitere Investitions-Millionen steckten die Einbecker in Produktionsanlagen vor allem für Mais, in Anlagen in Nordamerika sowie in ein großes Bürogebäude am Stammsitz Einbeck.

Hauptgeschäft blieb der Mais mit einem 60-prozentigen Anteil am Umsatz. Auf Zuckerrüben entfiel ein knappes Drittel, der Rest auf die Getreidesparte. Alle drei Geschäftsfelder schafften die KWS-Vorgabe, mindestens zehn Prozent des Umsatzes als Ebit zu erwirtschaften, mussten teilweise aber Abstriche bei der Marge hinnehmen. Rund 36 Prozent des Gruppenumsatzes bringt genverändertes Saatgut in Nord- und Südamerika ein.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet KWS einen Umsatzanstieg von fünf bis zehn Prozent, sowie eine leicht von 10,9 auf etwa 10,5 Prozent schrumpfende Ebit-Marge. Die Investitionen sollen sich zwischen 100 bis 120 Mio. Euro bewegen, sagte ein Unternehmenssprecher: „Auch in Einbeck wird sich einiges tun.“ In den nächsten vier Jahren sollen etwa 40 Mio. Euro in neue Gewächshäuser und eine Aufbereitungsanlage für Zuckerrübensaatgut fließen. Die Belegschaft am Stammsitz soll leicht wachsen, aktuell arbeiten dort 1400 Beschäftigte.

Großaktionäre bei KWS sind die Familien Büchting, Gieseke sowie Arend Oetker. Letzterer hat seine Vermögensverwaltungsgesellschaft, die ein Viertel der KWS-Stimmrechte hält, an seine fünf Kinder übertragen. Auswirkungen auf das Geschäft dürfte das kaum haben: Die Oetker- und die Büchting-Anteile sind in einem Pool gebündelt, der über die Hälfte der Stimmrechte kontrolliert. Die neue Oetker-Generation ist mit dabei.

Rubriklistenbild: © dpa

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