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Einbecker verschaffen sich Luft: Kapitalerhöhung von vier Millionen Euro

Einbeck. Die Einbecker Brauhaus AG hat sich im Kampf gegen die roten Zahlen Luft verschafft. Bei der Hauptversammlung in Einbeck stimmten die Aktionäre gestern mit 99,67 Prozent der Stimmen für die geplante Kapitalerhöhung.

Zudem konnte Vorstandssprecher Lothar Gauß die Rückkehr in die Gewinnzone vermelden.

Etwa vier Millionen Euro will die Gruppe, zu der neben der Kasseler Martini-Brauerei auch die Göttinger Brauhaus AG und die Marke Nörten-Hardenberger gehören, für 360 000 neue Aktien zum Stückpreis von elf Euro einsammeln. Mit dem Geld will sich die Brauerei aus den Miesen befreien, in die sie im abgelaufenen Geschäftsjahr geraten war. 1,87 Mio. Euro musste die Einbecker Brauhaus AG 2010 als Verlust vermelden. Mit 770 679 Hektolitern (1 hl = 100 Liter) verkaufte die Gruppe 3,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor, der Umsatz sank von 44,76 auf 42,4 Mio. Euro. Eine Dividende wird nicht gezahlt. Vorstandssprecher Gauß machte vor allem den Preisdruck, den insgesamt mäßigen Biermarkt und einen langen Winter für die Verluste verantwortlich.

Deutlich positivere Zahlen zeichnen sich für 2011 ab: „Wir schreiben wieder schwarze Zahlen“, sagte Gauß. Neben einer guten Absatzentwicklung der Marken Einbecker Pils und Brauherren-Pils werde dies durch Sparmaßnahmen ermöglicht. So verzichten alle tariflichen Mitarbeiter der Einbecker Brauhaus AG auf 3,75 Prozent ihres Lohns, der Vorstand auf 20 Prozent seines Gehalts. Ergebnis: Im ersten Halbjahr lag das Plus laut Gauß „im mittleren sechsstelligen Bereich“. Genaue Zahlen wollte der Vorstand noch nicht nennen.

Die Stimmung unter den Aktionären konnte dies nur wenig aufhellen. Kritik wurde am Hin und Her um Ex-Vorstandsmitglied Bernhard A. Gödde laut. Dessen Vertrag war im Mai fristlos gekündigt worden, nachdem er angekündigt hatte, Ende 2011 aus dem Unternehmen ausscheiden zu wollen. Eine Abfindung wurde laut Aufsichtsratschef Robert A. Depner nicht gezahlt. Weitere Angaben zu Gödde, dessen Posten der Ex-Hasseröder-Chef Walter Schmidt übernimmt, wollte die Brauhaus AG aufgrund eines schwebenden Verfahrens nicht machen.

Von den Aktionären wurde Gödde im Anschluss nicht entlastet – anders als Vorstand Lothar Gauß sowie der Aufsichtsrat, dessen Mitglieder zudem mit großen Mehrheiten komplett wiedergewählt wurden.

Martinis Zukunft

Unsicherer erscheint die langfristige Zukunft der Kasseler Martini-Brauerei mit ihren 40 Mitarbeitern. Die Einbecker AG wolle sich bei der Vermarktung von Martini auf Kassel konzentrieren und die Marke durch Sport- und Kultursponsoring stärker an die Kunden binden, sagte Gauß. „Die Akzeptanz der Martini-Marken in der Bevölkerung wird allerdings darüber entscheiden, ob langfristig der Standort an der Kölnischen Straße in einem insgesamt rückläufigen Biermarkt aufrecht erhalten werden kann.“

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