Eine Chance für Betriebe und für Bewerber

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Praktisch denken und planen: Für den Beruf des Fachlageristen benötigen die Auszubildenden vor allem logische Fähigkeiten, praktische Intelligenz und Merkfähigkeit. Anton Sprangel arbeitet gewissenhaft im Lager der Weinhandlung Bremer. 

 Beim Thema Arbeitskräftemangel muss längst nicht mehr nur an hochqualifiziertes Fachpersonal gedacht werden, sondern auch an einfache Ausbildungsberufe, für die sich nicht genügend Interessenten finden.

Betroffen sind schon heute Berufsgruppen wie Lageristen, Disponenten, Lastwagenfahrer und Speditionskaufleute. Wo große Unternehmen noch leichter Arbeitskräfte finden, sind es häufig die mittelständischen und kleinen Unternehmen, die händeringend suchen. Ein bundesweites Programm, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfond unterstützt wird, macht derzeit in Göttingen Schule: Es heißt Proper plus. Ziel ist es, Bewerber, die zum Teil schon länger auf eine Ausbildungsstelle warten, über Ausbildungsbausteine schrittweise zu qualifizieren. Die Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement (gpdm) koordiniert vor Ort das Projekt. Sie führt Unternehmer und Bewerber je nach Anforderung zusammen, organisiert die schulische Ausbildung und begleitet alle Beteiligten eng bei der Durchführung. So wird beispielsweise ein Fachlagerist in den Blöcken Wareneingang und Innerbetrieblicher Transport unterrichtet.

Ablauf der Ausbildung bei Proper plus

Die Ausbildung verläuft zunächst wie ein vergütetes Praktikum. Die Auszubildenden haben immer drei Wochen praktische Arbeit im Betrieb zu verrichten und danach eine Woche schulische Ausbildungsphase. Um das Lernen zu erleichtern, sind maximal zehn Schüler in einer Klasse. In den Schulwochen wird an vier Tagen Unterrichtsstoff vermittelt, der am fünften Tag überprüft wird. Somit werden auch Teilnehmer, die mit dem eigentlichen Lernen Schwierigkeiten haben, eng geführt. Ist ein Unterrichtsblock abgeschlossen, wird durch eine Prüfung eine Teilqualifikation erworben. Die Proper plus-Qualifikation ist nach zehn Monaten abgeschlossen. Im Idealfall gehen die jungen Leute dann direkt in eine normale Ausbildung über. Ausbilder und IHK entscheiden gemeinsam, wie weit erworbene Qualifikationen angerechnet werden. Proper plus ist derzeit auf die Logistik- und Einzelhandelsberufe begrenzt. Mit Blick auf den großen Bedarf an Berufskraftfahrern entwickelt die gpdm derzeit ein eigenes Projekt zu deren Ausbildung.

Weitere Informationen unter: www.gpdm.de

Von Juliane Hofmann

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