Eine logistische Herausforderung

Schweres Gerät: Etwa 60 000 Kubikmeter Boden müssen täglich bewegt werden, damit der Flugplatz Kassel-Calden pünktlich ans Netz gehen kann. (Repro: Junker)

Seit 40 Jahren besteht die Bickhardt Bau AG in Kirchheim in diesem Jahr. Zum Jubiläum bescherte sich der Komplettanbieter für den Verkehrswegebau mit einem der größten Erdbauaufträge in der Unternehmensgeschichte: Im März erhielten Bickhardt Bau und Hermanns HTI-Bau GmbH und Co. KG Kassel als Bietergemeinschaft den Zuschlag für den Ausbau des Flughafens Kassel-Calden. Mit knapp 75 Prozent des Bauvolumens liegt die technische Federführung bei der Bickhardt Bau AG.

Großes Projekt, kurze Bauzeit

Die außerordentlichen Größenordnungen dieses Bauprojektes und eine äußerst kurze Bauzeit stellen die Arbeitsgemeinschaft vor eine große logistische Herausforderung: Insgesamt müssen etwa fünf Millionen Kubikmeter Boden im Erdbau bewegt, 66 000 Meter Rüttelstopfsäulen zur Untergrundverbesserung im Spezialtiefbau gesetzt, 20 000 Meter Mulden, Gräben, diverse Dränagen und Kanalleitungen bis DN 1400 angelegt sowie sechs Regenrückhaltebecken im Kanalbau errichtet werden.

150 qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bewirken derzeit mit ihren Baumaschinen auf der größten Erdbaustelle Europas Tagesleistungen von 60 000 Kubikmeter Bodenbewegungen im Schnitt. In Spitzenzeiten sind es sogar bis zu 65 000 Kubikmeter Boden, die an einem Arbeitstag gelöst, geladen und eingebaut werden.

Die Zahl und die Größe der Baumaschinen, die dabei zum Einsatz kommen, ist dabei ebenso beeindruckend: 55 Dumper, fünf SKW – Schwerlastkraftwagen, deren Mulden mit über 60 Tonnen beladen werden - und 15 Vierachser sind pausenlos auf dem 220 Hektar großen Baufeld unterwegs, um die Bodenmassen von den Ladestellen in die Einbaubereiche zu transportieren.

Im Minutentakt werden sie von den mehrere Kubikmeter fassenden Löffeln und Schaufeln der 15 Großbagger und Riesenradlader beladen. 15 Raupen und fünf Grader sorgen mit Hilfe von GPS-Steuerungen für den zentimetergenauen Einbau, 20 Walzenzüge für die entsprechende Verdichtung. Zudem sind mehrere Kalkstreuer, Fräsen und Wasserwagen im Dauereinsatz, um den Boden in Teilbereichen zu verbessern. Dieser Einsatz ist nötig, um innerhalb des engen Ausführungszeitplanes aus den ehemals landwirtschaftlichen Nutzflächen, die auf dem drei Kilometer langen Abschnitt einen maximalen Höhenunterschied von etwa 30 Metern aufweisen, eine ebene Landebahnfläche herzustellen.

Mit dem qualifizierten Erdbau und der Geotechnik werden die Voraussetzungen für die anschließenden Baumaßnahmen zur Fertigstellung des Flughafenausbaus geschaffen. Bereits 2013 sollen die Flieger von dem neuen Verkehrsknotenpunkt Nordhessens starten und landen.

Mit über 1600 Mitarbeitern ist die Bickhardt Bau AG heute das größte mittelständische Bauunternehmen in Hessen. Die Auftragserteilung für den Ausbau des Flughafen Kassel Calden beweist einmal mehr die Leistungsfähigkeit des Unternehmens und zeigt zugleich das Vertrauen der öffentlichen Auftraggeber in die Bickhardt Bau AG.

Als Komplettanbieter für den Verkehrswegebau ist das Unternehmen überwiegend im Autobahn- und Fernstraßenbau, Eisenbahnbau, Brücken- und Ingenieurbau, Spezialtiefbau sowie in der Projektentwicklung und Baustoffproduktion im In- und Ausland tätig.

Einen weltweit anerkannten Ruf hat sich Bickhardt Bau beim Bau von Grand Prix-Rennstrecken gemacht. Zu den herausragenden Bauprojekten zählen dabei die Formel-1-Kurse in Abu Dhabi, Südkorea, Hockenheim, Bahrain und Shanghai. Ganz aktuell bereiten sich die Rennstreckenexperten auf ihren Einsatz in Indien vor. 40 Kilometer von Neu Delhi entfernt sorgen sie auf dem Buddh International Circuit für den fachgerechten Einbau der Binderschichten und des Rennstreckenasphalts. PCJ

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