Einingung im Tarifkonflikt

Deutlich mehr Geld für Bauarbeiter

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Arbeiter bauen in Hamburg an der Elbphilharmonie (Archivbild). Bei den Tarifverhandlungen für die rund 750.000 Beschäftigten in der Baubranche ist eine Einigung erzielt worden.

Frankfurt/Main - Einigung bei den Tarifverhandlungen : Die rund 750.000 Beschäftigten der Baubranche können sich auf ein deutliches Lohnplus freuen. 

Die Mitarbeiter im Westen sollen ab 1. Mai 3,2 Prozent mehr Geld erhalten, die Beschäftigten im Osten bekommen 4,0 Prozent mehr - damit schließt sich die Einkommensschere allmählich. Darauf haben sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die Arbeitgeber am Freitagmorgen in Frankfurt nach einem rund 21-stündigen Verhandlungsmarathon in der dritten Runde geeinigt. Die IG BAU war mit der Forderung von 6,6 Prozent mehr Geld in die Verhandlungen gegangen.

„Das nun erzielte Gesamtpaket stellt einen für alle tragbaren Kompromiss dar“, sagte IG BAU-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. Zum ersten Mal seit der Tarifrunde 2007 sei ein Ergebnis ohne Schlichter erzielt worden. Für die Arbeitgeber sei die Einigung wegen des Nullmonats im April und der Vertragsdauer von 13 Monaten gerade noch vertretbar, sagte der Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Frank Dupré.

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„Es grenzt fast an ein Wunder, dass wir in freien Verhandlungen zu einem Abschluss gekommen sind, trotz unterschiedlicher Einschätzungen der Lage in der Baubranche“, sagte Dupré. Nach dem Stillstand der Baustellen im Winter hätten die Arbeitgeber nicht noch weitere Produktionsunterbrechungen provozieren wollen. Der ZDB führte in der Tarifrunde 2013 die Verhandlungen. Mit am Tisch saß der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie.

Besonders hart gerungen wurde Schäfers zufolge um die Angleichung der Löhne in Ost und West. Arbeitgeber und Gewerkschaft vereinbarten einen Fahrplan, wonach die Einkommensschere innerhalb der kommenden neun Jahre geschlossen werden soll.

Schneller geht die Angleichung bei den Mindestlöhnen. Sie sollen im Osten schrittweise bis 1. Januar 2017 an das Westniveau von dann 11,30 Euro je Stunde angeglichen werden. „Der Stufenplan hin zu gleichen Mindestlöhnen im gesamten Bundesgebiet ist ein Durchbruch“, sagte Schäfers. Der nur im Westen gezahlte Mindestlohn für Facharbeiter steigt bis 2017 um jährlich 25 Cent auf 14,70 Euro. Für die Arbeitgeber ist dies Dupré zufolge „eine dicke Kröte, die wir schlucken mussten“.

Die Gremien beider Seiten müssen dem Abschluss noch zustimmen. Eine Annahme gilt als wahrscheinlich. „Ich bin zuversichtlich, dass sich der Marathon gelohnt hat“, sagte Schäfers.

dpa

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