Öko-Test: Mindeststandards sind freiwillig

Fertigpulver oder selbst gemacht? So erkennen Sie gutes Eis aus der Eisdiele

Gerade im Sommer ist der Gang zur Eisdiele oft vorprogrammiert. Man erwartet frische Zutaten, wenig Zusätze und am besten ist es selbst gemacht. Öko-Test: So erkennen Sie gutes Eis. 

  • Eis aus „eigener Herstellung“ verspricht oft frische Zutaten und weniger Zusätze.
  • Doch das muss nicht immer zutreffen.
  • Verbraucher erkennen so gutes Eis aus der Eisdiele.

Kassel - Egal ob Schokoladen-, Vanille- oder Erdbeereis - an heißen Sommertagen gibt es kaum etwas Erfrischenderes als ein leckeres Eis. Gerade zu dieser Jahreszeit haben Eisdielen Hochsaison - bunt und cremig aufgetürmt präsentiert sich das Speiseeis in den Theken. Doch der beliebte Snack im Sommer kann auch unerwünschte Zusätze enthalten, wie Öko-Test berichtet: Aromen, Emulgatoren und Stabilisatoren. Da klingt das Eis nur noch halb so lecker.

Viele Eisdielen werben deshalb mit Hinweisen wie „Eis aus eigener Herstellung“ oder „selbst gemacht“. Doch kann man sich darauf verlassen? Rechtsverbindliche Begriffe sind es schon mal nicht.

VerbrauchermagazinÖko-Test
HauptsitzFrankfurt
Erstausgabe1985
Erscheinungsweisemonatlich

Bei Öko-Test: Eis aus der Eisdiele - Fertigpulver oder Selbstgemacht?

Die Verbraucherzentrale teilt mit, dass Eisdielen mit diesen Begriffen werben und trotzdem Eis aus Fertigpulver anrühren können. Andere Betriebe lassen sich eine fertige Grundeismasse liefern und reichern diese mit frischen Zutaten, wie Nüssen, Schokoladenstückchen oder Erdbeeren an.

Laut Vorschrift müssen Eisdielen lediglich Hinweise auf Allergene und bestimmte Zusatzstoffe, beispielsweise Farbstoffe, angeben. Diese erkennt man vor allem bei beliebten Sorten wie „Engelblau“ oder „Schlumpf-Eis“. Für andere Zutaten hingegen besteht keine Auskunftspflicht.

Eis bei Öko-Test: Wichtig zu wissen - der Mindeststandard ist freiwillig (Symbolbild).

Eis oder Eiscreme: Öko-Test erklärt - Unterschied in den Begriffen

Die Mindeststandards für Eis sind freiwillig und nicht jeder Hersteller hält sich daran. Wird der Begriff „Eis“ verwendet, darf das Produkt auch pflanzliches Fett enthalten, etwa Kokosfett. Das ist wesentlich billiger und weniger hochwertig als Milchfett. Bei „Eiscreme“ sollte mindestens ein Milchfettanteil von zehn Prozent enthalten sein, bei „Milcheis“ sogar mindestens 70 Prozent.

Wird eine Sorte als „Fruchteis“ bezeichnet, sollte diese aus mindestens 20 Prozent Fruchtanteil bestehen. „Sorbet-Eis“ darf keine Milchbestandteile enthalten. Hier beträgt der Fruchtanteil in der Regel mindestens 25 Prozent - ausgenommen sind saure Früchte, Sorten mit einem intensiven Geschmack oder einer dichten Konsistenz.

Öko-Test berichtet: So erkennen Verbraucher minderwertiges Eis

Ist in der Auslage der Eisdiele bei Schokoladeneis ein Stück Schokolade abgebildet, sollte diese auch verwendet werden und nicht nur Kakao. Dasselbe gilt bei Vanilleeis für die Abbildung von Vanilleblüten oder -schoten. Dabei sollte der Geschmack ausschließlich aus gemahlenen Vanilleschoten, Vanilleextrakt und/oder natürlichem Vanillearoma stammen.

Dagegen deutet „Eis mit Vanillegeschmack“ auf künstliches Vanillin hin. Deshalb gilt: Augen auf in der Eisdiele. Wie Öko-Test berichtet, können Verbraucher anhand dieser Beobachtungen minderwertiges Eis erkennen:

  • Unzählige Sorten Eis in verschiedenen bunten Farben: Ein Hinweis auf Industrieprodukte und Zusatzstoffe.
  • Eis türmt sich kunstvoll-geschmeidig in die Höhe: Ein Hinweis auf Emulgatoren und nicht korrekte Kühlung.
  • Eisportionierer, die kurz in Wasser getaucht werden, dreckige Schürzen oder Eisbehälter: Ein Hinweis für mangelnde Sauberkeit, die zu einer erhöhten Keimzahl im Eis führen kann.

Öko-Test: So erkennen Sie ein gutes Eis

Öko-Test erklärt: Echte Handwerkseisdielen haben meist eher wenige, dafür aber ausgewählte Geschmacksrichtungen und stellen die Eissorten aus frischen Zutaten wie Sahne, Milch, Zucker, Früchten und Gewürzen her. Wer allerdings Wert auf Geschmack, natürliche Zutaten und frische Herstellung legt und sicherstellen will, dass das Eis wirklich „selbst gemacht“ ist, muss vor Ort direkt nachfragen.

Rubriklistenbild: © Mohssen Assanimoghaddam

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