Arbeitgeberpräsident sorgt für Wirbel

Elternzeit: Ministerinnen kritisieren Hundt

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Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU)

Berlin - Die Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) ist mit einem Vorstoß zur radikalen Verkürzung der Elternzeit auf harsche Kritik gestoßen.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt schlug in der „Welt“ vor, die Elternzeit stufenweise auf zwölf Monate abzusenken, sobald der Ausbau der Kinderbetreuung gewährleistet sei. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) und ihre bayerische Amtskollegin Christine Haderthauer (CSU) wiesen dies umgehend zurück.

Hundt begründete seinen Vorstoß damit, dass Deutschland mit bis zu drei Jahren die im europäischen Vergleich längste Elternzeit habe. Dies wirke sich negativ auf die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt aus, meinte Hundt.

Schröder erklärte, wie „Eltern in Deutschland die Betreuung ihrer Kinder in den ersten drei Jahren organisieren, ist zum Glück immer noch Sache der Familien und nicht des BDA. Und das wird auch so bleiben. Familien haben eigene Bedürfnisse und sind nicht ökonomische Verfügungsmasse.“ Mit ihr werde es keine Einschränkungen von Elterngeld und Elternzeit geben.

Die bayerische Arbeits- und Familienministerin Haderthauer warf Hundt ein schädigendes Verhalten für die deutsche Wirtschaft vor. „Die Kinder- und familienfeindlichen Äußerungen des Arbeitgeberpräsidenten richten schon länger einen enormen Imageschaden für die deutsche Arbeitswelt an und konterkarieren die zahlreichen Bemühungen unserer Arbeitgeber für eine familienfreundliche Arbeitswelt“, sagte die Ministerin am Sonntag in München.

Damit beweise Hundt, dass Kinder für ihn „reine Störfaktoren bei der Produktivität einer Gesellschaft“ seien, sagte Haderthauer. „Ehrlicher würde der Arbeitgeberpräsident agieren, wenn er gleich die Empfehlung ausgeben würde, aufs Kinder bekommen zu verzichten.“

dapd

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