Razzia bei EnBW-Mitarbeitern

+

Mannheim - Die Mannheimer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Mitarbeiter einer EnBW-Tochterfirma wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung. Der Betrag ist enorm.

In diesem Zusammenhang seien Büros in Karlsruhe und Privatwohnungen durchsucht und zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt worden, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Peter Lintz, am Freitag einen Bericht des “Handelsblattes“. Den Mitarbeitern wird vorgeworfen, mit dem Co2-Emissionshandel 46 Millionen Euro Umsatzsteuer hinterzogen zu haben. Der Energiekonzern EnBW erklärte, er arbeite kooperativ mit den Ermittlern zusammen.

Die Ermittlungen laufen seit Anfang des Jahres. Bereits im Januar seien Büros und Wohnungen von zwei der Verdächtigen unter die Lupe genommen worden, sagte Lintz. “Dabei sind wir auf den Namen des dritten Mannes gestoßen, dessen Unterlagen wir Anfang der Woche gesichert haben.“

Der Fall hängt mit Ermittlungen aus Frankfurt/Main zusammen, wo im vergangenen Herbst eines der größten Wirtschaftsstrafverfahren in Deutschland eröffnet wurde. Dort sind sechs Manager angeklagt, die knapp 250 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben sollen. Ihre Methode war das sogenannte Umsatzsteuer-Karussell. Dabei werden europaweit Kohlendioxid-Zertifikate ge- und verkauft. Mit einem Trick wird die in Deutschland fällige Umsatzsteuer erst umgangen und dann trotzdem beim Finanzamt zur Rückerstattung vorgelegt. Bei den europaweiten Ermittlungen wurden im Frühjahr 2010 zahlreiche Firmen durchsucht, unter anderem die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt.

Nicht zuletzt wegen dieser Ermittlungen hätten die Verdächtigen wissen müssen, dass sie an einem illegalen Geschäft beteiligt sind, sagte Lintz. Trotzdem hätten sie die Rechnungen eingereicht. Unklar sei, ob die EnBW-Mitarbeiter in die eigene Tasche gewirtschaftet haben oder einfach dem Unternehmen zu einer Geldspritze verhelfen wollten.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.