Wer Ausgaben bis zum Jahresende vorzieht, kann die Abgabenlast mindern

Endspurt für Steuersparer

Berlin. Das Jahresende rückt immer näher. Wer Ausgaben in den kommenden Wochen geschickt platziert, kann dabei für 2010 noch viele hundert Euro an Steuerersparnis herausholen. Dazu gehört, eine ohnehin schon geplante Renovierung, den Kauf von Büromöbeln oder einer neuen Brille noch bis Silvester vorzunehmen. Wird das Geld erst 2011 ausgegeben, geht der nicht ausgeschöpfte Steuervorteil dieses Jahres verloren.

Dem Fiskus ein Schnippchen schlagen können Arbeitnehmer, Selbstständige und Rentner. Und das geht so: Krankheitskosten ballen: Wer dieses Jahr schon dicke Ausgaben für Krankenhaus, Reha, Medikamente oder die Kinderzahnspange hatte, sollte den anstehenden Kauf der neuen Einlagen oder der Brille bis Silvester auch noch angehen. Denn Gesundheitsausgaben sind erst ab einer bestimmten Summe absetzbar – und die liegt hoch. Zusammengezählt wird alles, was der Arzt verordnet hat und von den Kassen nicht erstattet wird wie Praxisgebühren, Kuren, Massagen, Augenlasern, Therapien.

Das Finanzamt muss mithelfen, wenn der so genannte zumutbare Eigenanteil überschritten wird. Dieser richtet sich vor allem nach dem Jahreseinkommen (Bruttoverdienst plus Einkünfte, etwa aus Vermietung , minus Werbungskosten). Aber auch Familienstand und Kinderzahl sind wichtig. Je nach Lebenssituation liegt die Hürde zwischen einem und sieben Prozent des Gesamteinkommens.

Beim Berechnen hilft eine Tabelle (Paragraf 33, Einkommenssteuergesetz) des Bundesjustizministeriums im Internet (www.bundesrecht.juris.de/estg/__33.html) oder ein Lohnsteuerhilfevereins oder Steuerberater. Handwerker: Wer plant, bald die Wände streichen, die Küche modernisieren oder den Teppichboden erneuern zu lassen, sollte das noch bis Silvester vorziehen. 20 Prozent des Arbeitslohns von bis zu 6000 Euro dürfen von der Steuerlast abgezogen werden, maximal also 1200 Euro im Jahr. Größere Aufträge lassen sich splitten. Absetzbar ist alles, was mit Renovierung, Erhalt oder Modernisierung zusammenhängt, allerdings nur Arbeitsleistung, Anfahrt und Maschinenmiete. Selbst die Reparatur von Waschmaschine oder Computer daheim zählen. Rechnungen müssen vor Neujahr überwiesen sein. Haushaltshilfe: Unter anderem ist die Beschäftigung einer Haushaltshilfe, eines Gärtners, Fensterputzers, Altenpflege-, Umzugs- oder Schneeräumdienstes absetzbar. 20 Prozent von bis zu 20 000 Euro Kosten dürfen in die Steuer, also bis zu 4000 Euro im Jahr. Wer seine Putzkraft oder die Köchin als Minijobber im Privathaushalt angemeldet hat, kann 20 Prozent der Lohnkosten, bis zu 510 Euro absetzen. Arbeitsmittel: Für Arbeitnehmer kann sich die gezielte Anschaffung von Arbeitsmitteln wie Computer, Aktentasche, Bücher, neue Büromöbel rechnen. Dazu gehört auch die Bezahlung des geplanten Berufsseminars noch in diesem Jahr.

Die Ausgaben drücken als Werbungskosten die Steuerlast, unabhängig davon, ob es daheim ein Arbeitszimmer gibt. (dapd)

Von Berrit Gräber

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