Energie-Engpass im Süden Deutschlands

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Betroffen von der Einschränkung der russischen Gaslieferungen nach Süddeutschland auf die vertraglich vereinbarte Mindestmenge waren zunächst Großkunden.

Berlin - Die Gasversorger beliefern einzelne Kunden in Süddeutschland derzeit nur eingeschränkt. Beim Gas gebe es einen Engpass beim Transport vom Norden in den Süden Deutschlands.

Dies erklärte das Bundeswirtschaftsministeriums am Sonntag in Berlin. Vertraglich vereinbarte Möglichkeiten der Gaseinsparung seien ausgeschöpft. “In wenigen lokalen Einzelfällen konnten Kunden nicht mit den vollen vertraglich vereinbarten Mengen beliefert werden“, sagte eine Sprecherin.

Auch die derzeitige Versorgungssituation beim Strom bezeichnete die Sprecherin als “angespannt, aber stabil“. Das Ministerium stehe im regelmäßigen Kontakt mit Netzbetreibern und Bundesnetzagentur, habe aber keinen Krisenstab eingerichtet, sagte sie. Bei den regelmäßigen Kontakten gehe es um übliches Verwaltungshandeln.

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

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In Deutschland sind 17 Atomkraftwerke in Betrieb (Gesamtleistung 20 490 Megawatt) © dpa
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In Bayern stehen insgesamt fünf AKW: Hier das Atomkraftwerk in Gundremmingen. © dpa
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Hier die beiden Atomkraftwerke Isar 1 und 2 nahe Essenbach in Niederbayern. Der Reaktor Isar 1 steht seit Jahren in der Kritik. © dpa
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Hier das Atomkraftwerk in Grafenrheinfeld bei Schweinfurt in Bayern. © dpa
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In Hessen stehen die beiden seit Jahren umstrittenen Atomkraftwerke Biblis A und Biblis B. Biblis A wurde im Jahr 1974 in Betrieb genommen und ist der älteste noch genutzte Reaktor. © dpa
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Niedersachsen zählt insgesamt drei Atomkraftwerke: hier das AKW in Grohnde an der Weser. © dpa
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Hier das Kernkraftwerk Emsland nahe Lingen in Niedersachsen. © dpa
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Das Kernkraftwerk Unterweser nahe Rodenkirchen in Niedersachsen. © dpa
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In Schleswig-Holstein sind insgesamt drei AKW am Netz. Hier das Kernkraftwerk Brokdorf. © dpa
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Hier das AKW Brunsbüttel in Schleswig-Holstein. © dpa
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Das Kernkraftwerk in Krümmel (Schleswig-Holstein). © dpa
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In Baden-Württemberg sind insgesamt vier AKW am Netz. Hier die besonders umstrittenen Kraftwerke Neckarwestheim 1 und 2. © dpa
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Hier die Kraftwerke Philippsburg 1 und Philippsburg 2 in Baden-Württemberg. © dpa
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In Europa sind derzeit 195 Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 170 Gigawatt am Netz (Stand Januar 2011). © dpa
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In Belgien sind sieben Atomkraftwerke in Betrieb (5 926 Megawatt) © dpa
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Finnland betreibt vier AKW (2 716 MW) © dpa
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In Frankreich sind 58 AKW in Betrieb mit einer Gesamtleistung von 63 130 MW (hier der Standort Cattenom) © dpa
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In Großbritannien gibt es 19 AKW (10 137 MW) © dpa
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Die Niederlande betreiben nur ein Atomkraftwerk (487 MW) © dpa
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32 Atomkraftwerke stehen in Russland (22 693 MW) © dpa
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In der Schweiz sind fünf AKW am Netz mit einer Gesamtleistung von 3 238 MW (hier der Standort Leibstadt) © dpa
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Vier Atomkraftwerke stehen in der Slowakei (1 792 MW) © dpa
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Nur ein Kraftwerk mit einer Gesamtleistung von 666 MW ist in Slowenien in Betrieb. © dpa
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In Bulgarien gibt es zwei AKW (1 906 MW) © dpa
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Acht Atomkraftwerke sind in Spanien am Netz (7 516 MW, hier Asco) © dpa
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In Tschechien werden sechs AKW betrieben (3 678 MW) © dpa
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Ungarn zählt vier Kraftwerke (1 889 MW) © dpa
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In der Ukraine sind 15 AKW mit einer Gesamtleistung von 13 107 MW am Netz (hier Tschernobyl, bei dem sich im Jahr 1986 ein Super-GAU ereignete) © dpa
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In Rumänien stehen zwei Atomkraftwerke (Gesamtleistung 1 300 MW) © dpa
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In Schweden sind zehn AKW am Netz (9 303 MW, hier der Standort Oskarshamm) © dpa

Zuvor hatte die Zeitung “Welt am Sonntag“ berichtet, dass sich das Wirtschaftsministerium seit Dienstag vergangener Woche täglich mit den Betreibern der großen Strom- und Gasnetze sowie der Bundesnetzagentur zu Telefonkonferenzen zusammenschließe. Das Ministerium lasse sich aktuell über die Wahrscheinlichkeit von Blackouts und drohenden Versorgungsengpässen berichten, hieß es.

Die Tagesberichte zum Stand der Versorgungssicherheit würden vertraulich behandelt. Grund der Krisensitzungen sei, dass Russland deutlich weniger Erdgas am wichtigsten deutschen Pipeline-Anschluss im bayrischen Waidhaus abliefere, schrieb das Blatt.

Betroffen von der Einschränkung der russischen Gaslieferungen nach Süddeutschland auf die vertraglich vereinbarte Mindestmenge waren zunächst Großkunden. Die Gasversorgung Süddeutschland (GVS) habe ihre Abnehmer in einem Schreiben dringend gebeten, “alle zur Reduzierung Ihres Bezugs aus dem Netz zur Verfügung stehenden Maßnahmen anzuwenden“, berichtet die “Wirtschaftswoche“. Auch der Vorstandsvorsitzende der Energieversorgung Baden-Württemberg (EnBW), Hans-Peter Villis, bestätigte, dass “die Sicherheitsreserven sich dem Ende zuneigen“. Die Versorger müssten mächtig eingreifen, um Engpässe auszugleichen.

Mehr Strom erzeugt als verbraucht

Beim Strom überstieg die deutsche Produktion dagegen auch in der vergangenen kalten Winterwoche stets den heimischen Bedarf. Von Dienstag bis Freitag sei Deutschland jederzeit Nettoexporteur von Strom gewesen, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster nach Auswertung von Daten der europäischen Netzbetreiber mit.

Als Höchstbedarf seien dabei am Mittwochabend 57.000 Megawatt erreicht worden. Selbst in der Höchstlaststunde hätten die deutschen Versorger allerdings noch rund 2.900 Megawatt Strom nach Polen, Frankreich, Österreich und in die Schweiz exportiert, erklärte das IWR. Von Dienstag bis Freitag hatten Kraftwerke aus der sogenannten Kaltreserve zusätzlich bis zu 700 Megawatt Strom für Deutschland erzeugt.

dapd

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