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Heizöl-Preise auf Rekordhoch – Welche Entwicklung Experten für 2023 erwarten

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Von: Lisa Mayerhofer

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Die Heizölpreise haben sich angesichts der Energiekrise rasant verteuert – und bewegen sich weiter auf hohem Niveau. Was können Verbraucher im kommendem Jahr erwarten?

Berlin – Die Energiepreise sind seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs stark gestiegen – und das scheint sich vorerst nicht zu ändern. Laut dem Statistischen Bundesamt verteuerten sich im Oktober Energieprodukte wegen der global gestiegenen Einkaufspreise um 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Während sich die Preise für Erdgas mit 109,8 Prozent mehr als verdoppelt haben, wurde Fernwärme 35,6 Prozent teurer und Heizöl lag 82,8 Prozent über dem Vorjahresmonat.

Heizölpreise steigen: Gibt es bald eine Preisbremse?

Die Bundesregierung hat angesichts der Kostenexplosion für die Bevölkerung zahlreiche Entlastungsmaßnahmen beschlossen. So gibt es im Dezember eine Einmalzahlung für Gas- und Fernwärmenutzer sowie im kommenden Jahr eine Strom- und Gaspreisbremse sowie eine Deckelung der Fernwärmepreise. Wer Heizöl nutzt, geht allerdings bei den Entlastungsprogrammen leer aus, wie merkur.de berichtet.

Die Verbraucherzentralen haben die Bundesregierung im Oktober deshalb aufgefordert, auch Nutzer von Öl- und Biomasseheizungen in den Blick zu nehmen. Die Chefin des Bundesverbands (vzbv), Ramona Pop, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Um Verbraucher gleichzubehandeln – unabhängig vom Heizungssystem – sollte die Bundesregierung nach Auffassung des vzbv auch für Öl- und Biomasseheizungen einen Entlastungsmechanismus schaffen, der die Kostensteigerungen im Ergebnis in einem ähnlichen Umfang begrenzt wie bei Gas.“

Heizöl
Über eine Zapfpistole wird ein Mehrfamilienhaus mit Heizöl betankt. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/Symbolbild

Wann dieser Mechanismus dann greift, soll von der Preisentwicklung abhängen, wie aus einem Positionspapier hervorgeht. Dieser verheißt Heizöl-Nutzern aber erst einmal keine Preisbremse: Denn der Heizölpreis ist um einiges weniger stark gestiegen als der Gaspreis. „Eine ‚Ölpreisbremse‘ müsste erst dann entwickelt werden, wenn der Ölpreis auf deutlich mehr als das Doppelte des Vorjahreswertes steigen sollte“, heißt es im Papier. Ob dies passiere, sei zum derzeitigen Zeitpunkt nicht abzusehen.

Heizölpreis: Ölpreise steigen wieder an

Doch wie wird sich der Heizölpreis im Jahr 2023 entwickeln? Dafür muss man zuerst einen Blick auf den Rohölpreis werfen. Dieser ist nach einer Talfahrt aktuell wieder gestiegen: am Dienstagmorgen kostetet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 84,67 US-Dollar. Das waren 1,48 Dollar mehr als am Vortag. Seit Montagnachmittag verleihen Spekulationen über die weitere Förderpolitik des Ölverbunds Opec+ den Ölpreisen neuen Auftrieb. Analysten gehen davon aus, dass die in der Opec+ organisierten Ölstaaten wegen des jüngsten Preisrückgangs über eine Kürzung der Fördermenge nachdenken könnten.

Die Zeichen stehen also eher auf leicht steigenden Preise – auch, weil im Dezember das Öl-Embargo gegen Russland in Kraft treten wird. Einer Analyse der Commerzbank zufolge soll der Ölpreis 95 Dollar je Brent-Barrel zum Jahresende 2022 und im ersten Halbjahr 2023 betragen. Im zweiten Halbjahr 2023 prognostiziert die Commerzbank einen Anstieg auf 100 Dollar.

Heizölpreise: Was ist 2023 zu erwarten?

Und die Heizölpreise? Diese sind im November tatsächlich über mehrere Wochen hinweg kontinuierlich gesunken. „Anfang Oktober waren wir bei 170 Cent pro Liter, inzwischen hat sich der Preis bei 150 Cent eingependelt“, sagte Oliver Klapschus, Unternehmenschef des Vergleichsportals Heizoel24.de, im November gegenüber dem Handelsblatt. Allerdings handle es sich im Vergleich zum Vorjahr dabei immer noch um eine Verdopplung des Preises. Klapschus geht davon aus, dass die Preise im November und Dezember „auf jeden Fall auf einem erhöhten Niveau bleiben“ werden.

Der Unternehmenschef rechnet auch nicht damit, dass das Heizöl auf absehbare Zeit billiger wird. Immerhin befürchtet er aber keine weiteren Rekordanstiege: „Solange keine Sonderfaktoren eintreten – etwa ein besonders kalter Winter, veränderte Marktbedingungen oder eine weitere Verschärfung des Ukrainekriegs –, sollten die Preise auch nicht mehr allzu stark ansteigen.“

Verbrauchern rät Klapschus laut Handelsblatt, mit Umsicht einzukaufen. „Langfristig betrachtet war Heizöl häufig im Januar und im Februar am günstigsten“, erklärt er gegenüber dem Magazin. „Wenn ich mich jetzt noch über den Jahreswechsel retten kann, dann kann ich also vielleicht darauf spekulieren, dass der Preis Anfang nächsten Jahres noch einmal zehn bis 20 Cent runtergeht.“ Allerdings würde er es nicht darauf ankommen lassen, „leerzulaufen und auf den letzten Drücker zu bestellen“. Die persönliche Versorgungssicherheit habe gerade Vorrang. (lma mit dpa/AFP)

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