Energie ohne Ende

In den Tiefen der Erdkruste gibt es wasserführende Schichten: Sie werden zur Erzeugung von Energie erschlossen.

Die Idee, die Erde als Energielieferanten zu nutzen, exisitiert schon Tausende Jahre. Erdwärme ist ein unabhängiger Lieferant – sie ist ständig verfügbar, ist keinen jahreszeitlichen Schwankungen ausgesetzt, ist umweltfreundlich und unabhängig von Preisschwankungen. So ist es kein Wunder, dass immer mehr Verbraucher auf Geothermie, die Nutzung von Erdwärme, zur Versorgung setzen.

Heizen und kühlen

Im oberflächennahen Bereich – das heißt, zwischen 40 und 400 Meter Tiefe – bietet sich die Erdwärmenutzung vor allem zum Aufbau dezentraler Heizsysteme an. Erdwärmesonden führen dabei die Wärme aus der Erde an die Oberfläche. „Die in unseren Breitengraden konstanten Plus-Temperaturen im Untergrund ermöglichen neben dem Heizen und der Warmwasseraufbereitung auch eine Kühlung der Räume“, sagt Martin Müller-Ruhe von der Anger’s Söhne Brunnenbaugesellschaft.

Das Unternehmen aus Hessisch-Lichtenau setzt seit langem Geothermie-Projekte, vor allem im oberflächennahen Bereich, für Privatkunden, Kommunen und Unternehmen um. „Gerade für Unternehmen, die große Hallen heizen oder kühlen müssen, ist die Geothermie sehr interessant. Denn sie ist eine äußerst kostengünstige Alternative der Energieversorgung“, sagt er. Spezielle Technologien ermöglichen Bohrungen auch in dichtbesiedelten Gebieten. „Interessant ist die Geothermie auch in Kombination mit anderen alternativen Energien wie der Photovoltaik“, sagt Müller-Ruhe.

Heißes Wasser erzeugt Strom

Das Unternehmen setzt Geothermie-Projekte auch im Bereich der Tiefbohrungen, das heißt, bis zu 6000 Meter Tiefe. „In diesen Tiefen verfügt das Wasser über Temperaturen bis zu 200 Grad“, erläutert Müller-Ruhe. Bohrungen im Hydro- und petrothermalen Bereich werden zur Stromerzeugung genutzt.

Diese regenerative Art der Energieerzeugung arbeitet nach folgendem Grundprinzip: Neben dem Kraftwerk wird ein untertägiges Wasserfassungssystem mit Temperaturen von bis zu 100 Grad benötigt. Dies entspricht in Deutschland Bohrungen von 3500 bis 5000 Meter Tiefe. Mit mindestens zwei Bohrungen, einer Förder- und einer Injektionsbohrung, die etwa zwei Kilometer auseinanderliegen, wird im durchlässigen Gebirge Wasser zirkuliert. „Auf dem Weg zur Förderbohrung erhitzt sich das Wasser. Der Energiegehalt wird nach seinem Aufstieg im Kraftwerk zur Energieerzeugung genutzt“, sagt Müller-Ruhe.

Darüber hinaus ist Anger’s Söhne im Bereich Lagerstättenbohrungen und Bergbau, Brunnenbau, -erhaltung und -regenerierung sowie Pumpenservice tätig. So werden beispielsweise Erkundungsbohrungen nach gasführenden Strukturen durchgeführt oder Rohstoffe wie Kupfer, seltene Erden, Salze und Kohle erschlossen. Spezialisiert ist Anger’s auch auf den Bau von Horizontalbrunnen zur Wasserversorgung. „Ein Schacht ist 30 Meter tief. Das ist ideal für Gegenden, wo das Wasser nicht so tief liegt. Mit Horizontalbrunnen kann das Wasser umgeleitet und das Gebäude geschützt werden“, erklärt Müller-Ruhe. HKK L

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