Energieverbrauch steigt weltweit bis 2035 um mehr als ein Drittel

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Blick über den Braunkohletagebau Welzow in Brandenburg. Braunkohle zählt zu den schmutzigsten Energieträgern. Foto: Patrick Pleul/Archiv

London (dpa) - Der Durst nach Energie rund um den Erdball wächst und wächst. 2035 wird auf der Erde mehr als ein Drittel mehr Energie verbraucht werden als heute, schreibt der britische Energiekonzern BP in einem Ausblick, der in der Branche als Standardwerk gilt.

Jedes Jahr gehe der Bedarf um 1,4 Prozent nach oben. Da die fossilen Energieträger wie Öl, Kohle und vor allem Gas zwar weiter wachsen, im gesamten Energiemix leicht an Bedeutung verlieren und erneuerbare Energien zulegen, steigt der Ausstoß an Kohlendioxid der Prognose zufolge um rund 25 Prozent.

"Das ist signifikant mehr, als alle Pläne zum Erreichen des Zwei-Grad-Ziels bei der Erderwärmung vorgeben", sagte BP-Vorstandschef Bob Dudley bei der Vorstellung des Berichtes in London.

Der BP-Chef forderte daher die Politiker in aller Welt auf, deutliche Schritte zu unternehmen, um die Klimaziele nicht aus den Augen zu verlieren. "Wir brauchen einen vernünftigen Preis für Kohlendioxid", sagte Dudley. Es reiche bei der Klimapolitik nicht mehr, eine Handlungsoption anzustreben. "Es bedarf mehrerer Optionen", betonte er.

Während in westlichen Ländern vor allem durch Effizienzsteigerung die Nachfrage eher sinken werde, wachse sie in den beiden bevölkerungsreichsten Ländern China und Indien stark, heißt es in dem Ausblick. "Praktisch das komplette Wachstum kommt aus den asiatischen Nicht-OECD-Ländern", sagte BP-Chefvolkswirt Spencer Dale.

Bei den fossilen Energieträgern, die zwei Drittel des Gesamtwachstums abbilden, würden vor allem Schieferöl aus den USA sowie Gas wachsen. "Die traditionellen Energieflüsse verschieben sich", sagte Dudley. Bisher seien Öl und Gas vor allem in östlichen Ländern, etwa in der arabischen Welt oder in Russland, produziert und im Westen konsumiert worden. Künftig werde Energie verstärkt im Westen produziert und in östliche Länder wie China und Indien transportiert.

Die USA sollen noch in diesem Jahr zum Netto-Exporteur von Öl werden. Allerdings werde der Schieferboom, wie er gegenwärtig in den Vereinigten Staaten zu sehen ist, nicht auf den Rest der Welt überschwappen. "Ich sehe nicht einen weltweiten Roll-Out des Schiefer-Öls", betonte Dudley.

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