Kommunen und Bürger investieren in Anlagen

„Energiewende findet auf dem Lande statt“

Deenet-Geschäftsführer Martin Hoppe-Kilpper

Kassel. „Die Energiewende findet auf dem Lande statt“ - so lautet die Botschaft des Kongresses „100 Prozent-Erneuerbare-Energien-Regionen“, der zum dritten Mal in Kassel stattfindet. Mehr als 800 Experten von Kommunen und Landkreisen, aus Wirtschaft und Forschung kamen zusammen, um sich auszutauschen.

Organisiert wird der Kongress vom nordhessischen Netzwerk für dezentrale Energien (Deenet) und der Berliner Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Die Tagung ist gewissermaßen das „Jahrestreffen der Vorreiterregionen in Sachen Energiewende“, wie es Deenet-Geschäftsführer Martin Hoppe-Kilpper formulierte.

Warum die Energiewende vor allem in ländlichen Regionen erfolgt, erklärte der Landrat des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Robert Fischbach: „Wir haben die Flächen für Wind-, Biogas- und Solaranlagen, wir haben die Biomasse und wir haben den Platz für neue Stromtrassen.“

Die Experten messen Kommunen und Landkreisen sowie Stadtwerken und Bürgern eine zentrale Bedeutung bei der Energiewende zu. Sie sind es, die immer häufiger dezentrale Energie-Erzeugungsanlagen bauen. Wie weit Deutschland bei der Energiewende bereits ist, verdeutlichen folgende Zahlen einer AEE-Studie. Demnach ist die komplette Umstellung der lokalen und regionalen Versorgung in 72 Kommunen und Landkreisen absehbar, in zahlreichen anderen Regionen sind die Weichen dafür gestellt. Insgesamt ist die Wende auf 52 Prozent der Staatsfläche mit 35 Millionen Menschen bereits eingeleitet.

Prof. Claudia Kemfert

Als Vorreiterregion gilt auch Nordhessen, insbesondere jedoch die Kreise Kassel und Hersfeld-Rotenburg sowie die Kommunen Alheim, Bad Hersfeld, Lichtenfeld, Niestetal Trendelburg und Wolfhagen.

Die Energie-Expertin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Prof. Claudia Kemfert, betonte, dass sich die Energieversorgung komplett ändern wird – weg von Großkraftwerken hin zur Dezentralität. „Das ist eine Riesenchance für Kommunen, Stadtwerke und Bürgerbeteiligungsmodelle.“ Voraussetzung für das Gelingen sei aber auch der Bau von neuen Stromtrassen und -speichern.

Von José Pinto

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