Sich frühzeitig im Betrieb etablieren: Wie Azubis sich wirkungsvoll präsentieren

„Engagierte Azubis packen an“

Von der Erfahrung anderer profitieren: Als Azubi viele Fragen zu stellen, zahlt sich aus. Man reichert nicht nur seinen Wissensschatz an, sondern empfiehlt sich auch für neue Aufgaben. Foto: Fotolia

Ein großes Fachwissen oder ein gutes Produkt allein macht noch lange keinen Erfolg. Am Anfang des Erfolgs steht immer auch die Fähigkeit, sich selbst beziehungsweise das Produkt verkaufen zu können. Wer im Berufsleben wahrgenommen werden und auch voran kommen möchte, muss sich wirkungsvoll präsentieren. „Das gilt nicht nur, wenn man die Karriereleiter ein Stück weit erklommen hat, sondern auch für Azubis“, sagt Margret Mürköster, Karrierecoach in Kassel. „Die eigene Persönlichkeit als Marke ist immer entscheidend.“

„Wer Interesse zeigt, für den interessiert man sich auch.“

Margret Mürköster

Auszubildende können ihrer Erfahrung nach einiges tun, um sich in ihrem Ausbildungsbetrieb frühzeitig zu etablieren und Aufgaben übernehmen zu können, die etwas mehr Verantwortung brauchen. „Wichtig ist es, ernsthaft bei der Sache zu sein, um auch ernst genommen zu werden. Wer Interesse zeigt, für den interessiert man sich auch“, lautet für Margret Mürköster deshalb die goldene Grundregel. Und: „Engagierte Azubis packen an.“

Auch das äußere Erscheinungsbild spielt eine Rolle, wie man als Azubi wahrgenommen wird: „Eine gepflegte, branchenübliche Kleidung deutet auf Interesse des Azubis hin“, weiß Margret Mürköster aus ihrer Erfahrung. Aber nicht nur bei der Kleidung sollte man sich den Gepflogenheiten des Unternehmens anpassen, sondern auch bei so einfachen Dingen, wie das gemeinsame Mittagessen mit Kollegen in der Kantine – wenn das üblich ist. „Dabei erfährt man viel über das Unternehmen, die Branche, über Anforderungen und Aufgaben. Man kann sich so ein noch besseres Bild machen und auch ins Gespräch bringen. Solche Gemeinsamkeiten schärfen unglaublich die Sinne für das Umfeld“, erklärt sie.

Die Augen für neue Aufgaben offen halten

Wache Sinne sollte man auch haben, wenn es darum geht nicht nur das eigene, meist noch eingeschränkte Aufgabenfeld wahrzunehmen. „Ich rate jungen Menschen in meinen Trainings immer, die Augen für anfallende Arbeiten offen zu halten und diese auch mal ungefragt zu erledigen“, berichtet Margret Mürköster. Routinearbeiten empfiehlt sie strukturiert und zeitsparend zu erledigen und dann um die Teilnahme an anspruchsvolleren Tätigkeiten zu bitten. „Wer sich den ganzen Tag mit Ablage aufhält, bekommt keine interessanten Aufgaben“, sagt Margret Mürköster.

Fehler ansprechen und dazu stehen

Sie hält es auch für empfehlenswert, viele Fragen zu stellen – aber bitte nicht im Hochbetrieb. Sollten einmal Fehler passieren: „Offen anzusprechen und auch dazu zu stehen. Schließlich lernt man ja noch, da können Fehler gelegentlich passieren“, rät sie Azubis weiter. In der Regel werde überdurchschnittliches Engagement immer anerkannt, auch wenn nicht sofort alles perfekt sei.

Verantwortung für die eigene Leistung übernehmen

Engagement zahlt sich vor allem am Ende einer Ausbildung aus. Nämlich dann, wenn es darum geht im ausbildenden Unternehmen nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung auch einen Arbeitsplatz zu erhalten. Darauf sollte man vom ersten Tag an hin arbeiten“, rät Margret Mürköster. Dieser Weg wird leichter, wenn man dabei einige Grundsätze beherzigt: Chancen ergreifen, sich Ziele setzen, sich dauerhaft engagieren, Verantwortung für die eigene Leistung übernehmen, ständig weiter lernen, die eigene Meinung vertreten und sich auch schwierigen Situationen stellen.

Von Helga Kristina Kothe

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