Versorger investiert 50 Millionen Euro

Eon-Energie für Kaliwerk

philippsthal/kassel. Der Kasseler K+S-Konzern treibt die Modernisierung und den Ausbau seines Verbundbergwerk Werra im hessisch-thüringischen Kalirevier voran. Am Donnerstag fiel am Standort Philippsthal (Kreis Hersfeld-Rotenburg) der offizielle Startschuss zur Errichtung eines neuen Gaskraftwerks. Kostenpunkt: 50 Millionen Euro. Es wird eine in die Jahre gekommene Anlage ablösen und ab 2012 neben Strom auch Dampf erzeugen, der in großen Mengen zur Weiterverarbeitung von Kali zum fertigen Dünger gebraucht wird.

Allerdings nimmt der Kasseler Kali- und Salzproduzent kein eigenes Geld für das Projekt in die Hand. Investor ist Eon (München). Deutschlands größter Versorger wird das Kraftwerk an den K+S-Konzern verpachten, der es mit eigenen Mitarbeitern betreiben will.

Das neue Kraftwerk, das nach dem besonders energieeffizienten Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK/siehe Hintergrund) arbeitet, spart nach Eon-Angaben gegenüber älteren Anlagen mit ähnlicher Leistung jährlich 95 000 Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht dem Jahresausstoß von 100 000 Mittelklasse-Fahrzeugen. Die neue Anlage hat eine Leistung von 30 Megawatt. Sie könnte 70 000 Haushalte mit Strom und gleichzeitig 30 000 Haushalte mit Wärme versorgen.

Mehr Energie nötig

Die Investition steht indirekt im Zusammenhang mit dem 360-Mio.-Euro-Maßnahmenpaket, mit dem K+S in den kommenden Jahren die Salzfracht in der Werra deutlich verringern will. Dazu muss der Düngemittel-Hersteller mehr Energie etwa zum Eindampfen von Salzwasser einsetzen. Unternehmenssprecher Ulrich Göbel betonte aber, dass der Kraftwerksneubau nicht zulasten des Maßnahmenpakets geht.

Das Verbundbergwerk Werra ist mit knapp 4000 Beschäftigten der größte K+S-Standort weltweit. Zu ihm gehören neben den Werken „Hattorf“ in Philippsthal und „Wintershall“ in Heringen (beide Kreis Hersfeld-Rotenburg) auch der Standort Unterbreizbach im Wartburgkreis in Thüringen.

Von José Pinto

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