E.ON spürt die Krise

Düsseldorf - Deutschlands größter Energieversorger E.ON spürt die weltweite Wirtschaftskrise. Der Umsatz schrumpft und schrumpft.

Im vergangenen Jahr sank der Umsatz des Energieriesen um 6 Prozent auf knapp 82 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern verringerte sich um 2,3 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro. Und der bereinigte Konzernüberschuss ging sogar um 4,8 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zurück, wie das Unternehmen am Mittwoch bei der Präsentation der Konzernbilanz 2009 in Düsseldorf mitteilte.

Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland

Im Jahr der Wirtschaftskrise mussten 2009 auch in Deutschland zahlreiche Unternehmen Insolvenz anmelden. Die meisten von ihnen sind aber weiterhin im Geschäft. Eine Chronologie: © dpa
Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland
9.1.: Rosenthal. Der fränkische Porzellan-Hersteller geriet in den Strudel der Probleme der britischen Mutter Waterford Wedgewood. Im Sommer ging Rosenthal an die italienische Sambonet Paderno-Gruppe. Ein Drittel der zuvor 1800 Stellen fiel in der Sanierung weg. © dpa
Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland
23.1.: Qimonda. Die Speicherchip-Tochter des Infineon-Konzerns kämpfte schon lange mit dem Preisverfall und sinkenden Marktanteilen. Das Unternehmen wird zerlegt, zum Jahresende läuft in Dresden, wo einst fast 4000 Menschen arbeiteten, der Ausverkauf des Inventars. © dpa
Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland
2.2.: Edscha. Der Autozulieferer beantragte Insolvenz für sein Europa-Geschäft. Der Weltmarktführer bei Scharniersystemen wurde aufgespalten, Webasto übernahm die Cabriodach-Produktion, die Karosserie-Sparte ging an spanische Investoren. © dpa
Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland
4.2.: Märklin. Die Banken des Modellbahn-Herstellers hatten einen Kredit über 50 Millionen Euro nicht verlängert. Ende des Jahres läuft der Betrieb weiter, der Insolvenzverwalter sucht nach einem Käufer. Rund 400 Mitarbeiter mussten gehen, jetzt sind es noch etwa 1000. © dpa
Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland
9.2.: Schiesser. Der 1875 gegründete Wäsche-Spezialist (“Feinripp“) saß trotz einer Restrukturierung auf einem Schuldenberg und bekam kein neues Geld. Schiesser soll 2010 verkauft werden. Unter den drei verbliebenen Kaufinteressenten ist der Modemacher Wolfgang Joop. © dpa
Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland
8.4.: Karmann. Das Ausbleiben neuer Aufträge in der Autokrise brach dem Cabrio-Spezialisten mit gut 3400 Mitarbeitern das Rückgrat. Im November beschloss VW die Übernahme von Maschinen und Grundstücken in Osnabrück, andere Teile werden verkauft oder geschlossen. © dpa
Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland
11.4.: Woolworth Deutschland. Die Billigkaufhaus-Kette ging mit rund 11 000 Mitarbeitern in die Insolvenz. Etwa die Hälfte der rund 300 Filialen soll fortgeführt werden. In die restlichen Standorte ziehen andere Firmen ein, unter anderem die Drogeriekette Schlecker. © dpa
Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland
5.6.: Wadan-Werften. Nur ein Jahr nach den Einstieg des russischen Investors Andrej Burlakow waren die Schiffbauer in Wismar und Rostock zahlungsunfähig. Burlakow kam im Dezember in Moskauer U-Haft wegen Betrugsvorwürfen. Die Werften gingen an neue russische Investoren. © dpa
Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland
9.6.: Arcandor. Der Konzern riss auch Karstadt und Quelle mit in die Insolvenz. Während für die Karstadt-Warenhäuser weiterhin ein Käufer gesucht wird, gehen im Versandhandel um Quelle die Lichter aus. Nur ein Zehntel der 10 500 Beschäftigten kann wohl den Job behalten. © dpa
Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland
4.8.: Schimmel. Deutschlands größter Klavierbauer, 1885 gegründet, verlor in der Wirtschaftskrise vor allem massiv Geschäft in seinem wichtigsten Markt USA. Das Familienunternehmen mit gut 140 Beschäftigten ringt noch um seine Rettung. © dpa
Große Firmenpleiten 2009 in Deutschland
13.8.: Escada. Eine der bekanntestens Modemarken der Welt konnte nach schlecht aufgenommenen Kollektionen und hohen Verlusten nicht mehr weitermachen. Doch ein Käufer fand sich schnell: Megha Mittal, die 33-jährige Schwiegertochter des Stahl-Milliardärs Lakshmi Mittal. © dpa

Ausschlaggebend für den Umsatzrückgang seien vor allem der krisenbedingt rückläufige Gasabsatz in Europa, die gesunkenen Preise im Gashandelsgeschäft, Währungsumrechnungseffekte und geringere Erzeugungsmengen aus Kern- und Wasserkraftwerken in Skandinavien gewesen, betonte das Unternehmen. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern beim bereinigten Vorsteuerergebnis ein Plus von 0 bis 3 Prozent. Beim bereinigten Konzernüberschuss rechnet E.ON mit einem Wert auf Vorjahresniveau.

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