Lira setzt Talfahrt fort

Erdogan ruft zum Verkauf von Devisen auf

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Erdogan forderte die Banken erneut zur Zinssenkung auf. "Es gibt keine andere Wahl, als die Zinsen zu senken". Foto: Turkish President Press Office

Istanbul (dpa) - Angesichts der Talfahrt der Türkischen Lira hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan das Volk zum Verkauf möglicher Devisenreserven aufgerufen.

"Die, die Devisen unter ihrem Kissen haben, sollen kommen und ihr Geld in Gold umwandeln", sagte Erdogan in Ankara. "Sie sollen kommen und ihr Geld in Türkische Lira umwandeln. Soll die Türkische Lira an Wert gewinnen. Soll Gold an Wert gewinnen." Erdogan forderte die Banken erneut zur Zinssenkung auf. "Es gibt keine andere Wahl, als die Zinsen zu senken."

Die Landeswährung stürzte nach Erdogans Ansprache auf neue Rekordwerte ab. Ein Dollar kostete zeitweise 3,5363 Lira, für einen Euro wurden 3,7664 Lira gezahlt. Binnen eines Jahres hat die Lira im Vergleich zum Euro damit um mehr als 20 Prozent eingebüßt. Die Istanbuler Börse teilte mit, sie habe zur Unterstützung von Erdogans Aufruf beschlossen, alles Barvermögen in Türkische Lira umzutauschen. Dieses Vermögen werde ab sofort auf Lira-Konten gehalten.

Am Donnerstag vergangener Woche hatte die türkische Notenbank ihren Leitzins überraschend deutlich von 7,5 Prozent auf 8,0 Prozent angehoben. Sie setzte sich mit diesem Schritt über Erdogans Aufrufe zur Zinssenkung hinweg. Der Effekt der ersten Leitzinsanhebung seit Anfang 2014 verpuffte aber, die Lira verlor weiter an Wert.

Mitteilung der Börse (Englisch)

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