Ob Azubi oder Berufsanfänger: Für einen guten Start in einen neuen Job sollte man einige Regeln beachten

Erfolgreich durchstarten

Die Bewerbung ist gemeistert, der Vertrag unterschrieben, was kann jetzt noch schiefgehen? Einiges – das gilt gerade, wenn man erst in das Berufsleben startet. Viele Azubis und Berufsstarter tappen unbewusst in Fettnäpfchen, die sie besser gemieden hätten. Wer erfolgreich durchstarten möchte, sollte deshalb einige Regeln beachten.

Schauen und zuhören

Wer neu im Büro ist, sollte zunächst eine Beobachterrolle einnehmen und für ein angenehmes Miteinander sorgen. „In den ersten Wochen steht in erster Linie der passende Umgang mit dem Vorgesetzten, mit den neuen und älteren Kollegen oder auch den Azubis im Vordergrund“, sagt Dr. Heidemarie Krüger, Personalexpertin bei Steinbach & Partner in Kassel „Respekt zollen, andere ernst nehmen, die eigenen Bedürfnisse zurückstellen – so schwer das auch fällt. Man muss auch lernen mit Menschen umzugehen, die man nicht mag.“ Gerade Azubis haben ihrer Erfahrung nach gelegentlich Probleme damit. „Was wohl daran liegt, dass viele nicht gelernt haben, wie sie sich sozial und kommunikativ verhalten“, weiß sie aus Erfahrung.

Da viele Unternehmen über feste Strukturen verfügen, kommt es zu Beginn darauf an, sich selbst einzuordnen. „Informieren Sie sich, wer macht was und wen kann ich für was ansprechen. Das zeigt Interesse und die Bereitschaft, sich zu integrieren“, rät Dr. Heidemarie Krüger.

Spielregeln erfragen

Es gibt viele heimliche Spielregeln, die zu Fallen werden können. Nicht alle Unternehmen weisen ihre neuen Mitarbeiter gleich in die Regeln ein. „Selbst Kleinigkeiten sollte man beherzigen. Auch wenn es nur darum geht, dass Herr Meier morgens nicht anzusprechen ist oder dass man nicht mit der Kaffeetasse über den Flur läuft“, erläutert Dr. Heidemarie Krüger.

Geduldig sein

Kommt Zeit, kommt Rat, besagt ein altes Sprichwort. Das gilt auch für Firmenneulinge. Eigene Ideen oder Verbesserungsvorschläge gilt es beispielsweise erst dann vorzutragen, wenn sie auch erwünscht sind. Berufsanfängern wird daher zunächst viel Geduld abverlangt. „Falsch ist es, zu schnell zu viele Veränderungen zu wollen“, warnt Dr. Heidemarie Krüger. Abwartende Neugier sei die bessere Haltung.

„Insbesondere Azubis sollten in den ersten drei Monaten nur zuschauen, zuhören und nachfragen. Gute Ideen zu Veränderungen und Verbesserungen sollten zunächst mit einem älteren Azubi, zu dem man Vertrauen gefasst hat, besprochen werden.“ So könne man auch abklären, wer der richtige Adressat ist.

Und: Das kommt auch bei den Kollegen gut an. Ein Besserwisser, der gleich zu Beginn die Abteilung umkrempeln will, wird es immer schwer haben und als Konkurrenz gesehen werden.

Probleme besprechen

Hilfestellung bietet oft ein offizieller Ansprechpartner aus dem Unternehmen, dem Azubis und Berufsanfänger Fragen stellen können – und auch sollten. Das gilt im Übrigen auch dann, wenn es Probleme gibt. „Lösungen sollten gemeinsam mit dem Vorgesetzen oder als Azubi mit dem Ausbilder gesucht werden.“ Was niemals gut ankommt: „Seinem Ärger und Frust freien Lauf lassen.“

Auch die persönliche Integration ist ein Schlüsselfaktor für einen erfolgreichen Start. „Jemandem keinen Blickkontakt zu schenken oder nicht zu grüßen, weil man sich ja noch nicht kennt, wird schnell als Ignoranz, Arroganz und Desinteresse am Unternehmen ausgelegt“, sagt Dr. Heidemarie Krüger.

Was privat ist, sollte auch erstmal privat bleiben. Die Personalexpertin empfiehlt, das Privatleben behutsam in das Arbeitsleben einzuführen. „Freundschaften ergeben sich wie im Privatleben von selbst oder auch nicht.“ Eine gute Gelegenheit die ersten Kontakte zu vertiefen, ist ein kleiner Einstand. Welcher Rahmen üblich ist, kann man bei den Kollegen erfragen.

Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Höflichkeit sind die Eigenschaften, die man von Anfang an zeigen sollte. Wer beispielsweise gleich am ersten Tag unpünktlich ist, kann sich Ärger einhandeln. Solche Situationen lassen sich aber auf freundliche Weise entschärfen: „Jede Situation ist gerettet, wenn man sich direkt entschuldigt“, erläutert Dr. Heidemarie Krüger.

Sich passend kleiden

Ein typischer Anfängerfehler: unangemessene Kleidung. „Von der passenden Kleidung hängt viel ab. Sie ist mit für den ersten Eindruck verantwortlich“, sagt Dr. Heidemarie Krüger. Schlampig angezogen zu sein, kann ebenso zum Problem werden, wie zu exzentrisch oder besser gekleidet zu sein als der Chef. „Am besten vorher informieren“, rät Dr. Heidemarie Krüger. So steht einem erfolgreichen Start nichts mehr im Weg.

Von Helga Kristina Kothe

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