Kali- und Salzproduzent steigert Umsatz und Gewinn – hohe Investitionen und neue Jobs

K+S erholt sich von Krise

Mit schwerem Gerät: Unser Foto zeigt einen Reviersteiger auf einem Bohrwagen in der Grube Wintershall in Heringen. Foto: Archiv/nh

kassel. Der Kasseler K+S-Konzern ist nach dem Krisenjahr 2009 auf dem Rückweg zur Normalität und hat die Prognosen fürs Gesamtjahr leicht angehoben. Wie der Düngemittel- und Salzproduzent gestern mitteilte, stieg der Umsatz in der ersten Jahreshälfte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast 43 Prozent auf 2,59 Milliarden Euro.

Diese Steigerung geht überwiegend auf das Konto des 2009 übernommenen US-Salzproduzenten Morton Salt, der 2010 erstmals vollständig in die Bilanz einbezogen wird. Das seit Jahresbeginn anziehende Kaligeschäft trug bei stabilen Preisen etwa ein Drittel zum Umsatzplus bei.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte kräftig um 120 Prozent auf 423 Millionen Euro. Etwa die Hälfte des Zuwachses trug die Kali-Sparte bei, die in der Krise besonders gelitten hatte. Unterm Strich bleibt dem Dax-Konzern ein Reingewinn von gut 273 Mio. Euro – dreieinhalb mal so viel wie im ersten Halbjahr 2009.

K+S-Vorstandschef Norbert Steiner sagte: „Die erfreuliche Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf zeigt, dass die Talsohle durchschritten ist und K+S sich wieder auf Wachstumskurs befindet.“

Der insgesamt gute Geschäftsverlauf hat auch positive Auswirkungen auf das hessisch-thüringische Kalirevier um die Standorte Philippsthal, Heringen (beide Kreis Hersfeld-Rotenburg) und Untergriesbach (Thüringen), wo K+S derzeit knapp 4000 Menschen beschäftigt. Dort sollen in diesem Jahr noch 100 neue Jobs geschaffen werden, nachdem frei gewordene Stellen 2009 nicht wiederbesetzt worden waren. Derzeit wird eine 360-Mio.-Euro-Investition zur Verbesserung der Wasserqualität der Werra vorbereitet. Am Konzernsitz in Kassel beschäftigt K+S unverändert rund 700 Mitarbeiter.

Beim Ausblick für das Gesamtjahr bleibt das Management aber vorsichtig. Der Kali-Absatz soll auf bis zu sieben (2009: 4,5) Mio. Tonnen steigen. Beim Salz lautet das Absatzziel 21 bis 22 Mio. Tonnen. Den Umsatz sieht K+S bei bis zu fünf Mrd. nach 3,6 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Beim Reingewinn erwarte K+S „nur“ 330 Mio. bis 370 Mio. Euro gegenüber 96 Mio. Euro im Vorjahr. Vom Niveau des Vorkrisenjahres 2008, als K+S unterm Strich fast 980 Mio. Euro verdiente, ist man aber noch weit entfernt.

Grund für die zurückhaltende Ergebnisprognose ist vor allem, dass K+S gerade für die im zweiten Halbjahr üblicherweise stärker nachgefragten Spezialitäten des Konzerns sinkende Preise erwartet.

Die aktuellen Zahlen spiegeln die moderaten Erwartungen der Analysten wider. Dennoch gab die Aktie gestern um 1,7 Prozent auf 41,29 Euro nach. In der Spitze hatte das Minus sogar bei fast 4,5 Prozent gelegen. Grund für den Kursrückgang waren laut Analysten Gewinnmitnahmen, nachdem der Kurs der K+S-Aktie in den vergangenen Wochen stark gestiegen war.

Von José Pinto

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