Erst Überblick, dann Durchblick

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Komplexe Abläufe: Um diese zu verstehen, spielen die Studenten in einem Planspiel dutzende Rollen.

Wer etwas planen will, benötigt zuallererst einen Überblick. Erst dann gelingt der Durchblick. Das mag eine Binsenweisheit sein – doch in der industriellen Praxis muss sie sich tagtäglich von Neuem durchsetzen. Dazu leistet die Kasseler Universitätsprofessorin Dr.-Ing. Sigrid Wenzel ihren Beitrag.

An der UNIKIMS, der Management School der Kasseler Universität und erfolgreicher hessischer Unternehmen, qualifiziert sie gemeinsam mit ausgesuchten Dozenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ingenieurberufen, der Informatik, aber auch der Betriebswirtschaft, die einen ersten akademischen Abschluss und mindestens ein Jahr Berufserfahrung haben, in dem Studiengang „Industrielles Produktionsmanagement“.

Nach fünf Semestern der berufsbegleitenden Qualifikation haben die Studierenden ihren Masterabschluss erreicht. „Das Studium“, sagt Sigrid Wenzel, „versetzt die potenziellen Führungskräfte der Unternehmen in die Lage, industrielle Prozesse und Systeme über Planungsdomänen und -ebenen sowie über die Wertschöpfungskette hinweg ganzheitlich zu verstehen und zu managen, mit dem Ziel, Produkte und Dienstleistungen individuell zu verbessern und Unternehmen an die Veränderungen des Marktes anzupassen.

Hierbei spielt die Informationstechnik eine wesentliche Rolle: Sie ermöglicht die Kommunikation zwischen Prozessen und den daran Beteiligten und sie schafft die Informationsbasis für konkrete Entscheidungen. Darum werden den Studierenden spezifische Fachinhalte aus Technik in Produktion und Logistik, aus Qualitäts- und Prozessmanagement, der Arbeitswissenschaft, der Betriebswirtschaft sowie der Informationstechnik vermittelt.“

Der Masterstudiengang wird in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK) Berlin durchgeführt. Im Studiengang sind die Fraunhofer-Experten für die Lehrveranstaltungen zur Organisation im Industriellen Produktionsmanagement sowie zur Qualität in Entwicklung und Planung verantwortlich.

Das Studium beginnt spielerisch. In einem Planspiel können die Studierenden in einem fiktiven Unternehmen und seinem Umfeld in bis zu zwei Dutzend Rollen schlüpfen, vom Lieferanten und Einkäufer über den Produktionsplaner und Monteur bis zum Vertriebschef und Kunden. Die dargestellte Firma produziert vier unterschiedliche Krantypen, die aus standardisierten Metallteilen montiert werden. „Die Studierenden erlernen keine guten und schlechten Lösungen, sondern sie müssen Komplexität erkennen durch Erleben“, sagt die Wissenschaftlerin. „Die Akteure im gesamten Prozess müssen in die Lage versetzt werden, miteinander zu kooperieren.“

Der Masterstudiengang „Industrielles Produktionsmanagement“ soll seine Teilnehmer und Absolventen in die Lage versetzen, die Fabrikplanung ganzheitlich zu betrachten. Im Erst-Studium, dessen Abschluss die Voraussetzung der weiteren Qualifikation ist, haben sich die Studierenden vielleicht mit Fertigungsverfahren, mit der Arbeitsplatzgestaltung oder mit ökonomischen Kenngrößen befasst. Das reicht aber nicht aus, um eine Fabrik zu bauen oder zu leiten.

Sigrid Wenzel zählt fünf Facetten zum Verstehen und Managen industrieller Prozesse und Systeme auf: Technik, Qualität, Personal, IT und die Finanzen. „Wer in einer leitenden Position ist, muss alle Themen im Blick haben.“ Kontakt: UNIKIMS GmbH, Mönchebergstr. 7, Kassel, Telefon 05 61 / 8 04 29 13, Email: dittmar@uni-kassel.de, Internet: www.unikims.de

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