Tui drückt nach Fusion mit Tui Travel beim Umbau aufs Tempo

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Beim Tui-Konzern steht das erste Aktionärstreffen seit der Ende 2014 angeschobenen Komplettübernahme der britischen Tui-Tochter Tui Travel an. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Hannover (dpa) - Nach der Komplettfusion von Tui und Tui Travel geht die Konzernspitze den weiteren Umbau des weltgrößten Reisekonzerns an. Die Vorstandschefs Fritz Joussen und Peter Long wollen die Rechenzentren zusammenlegen und die fünf Charterfluglinien wie Tuifly und Thomson Airways bündeln.

Auch die Kreuzfahrtlinien Tui Cruises und Thomson Cruises sollen enger aneinanderrücken, wie die Manager am Dienstag auf der Hauptversammlung in Hannover ankündigten.

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember milderten gute Geschäfte der konzerneigenen Hotels und Kreuzfahrtlinien den typischerweise verlustreichen Tui-Start in den Winter. Unterm Strich stand ein Verlust von knapp 105 Millionen Euro nach 110 Millionen ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um gut fünf Prozent auf 3,5 Milliarden Euro.

Während das bis kurz vor Weihnachten bei Tui Travel gebündelte Veranstaltergeschäft auch wegen des schwachen Euro tiefer in die roten Zahlen geriet, legten die eigenen Hotels wie Riu und Robinson sowie die Kreuzfahrtlinien Tui Cruises und Hapag-Lloyd Kreuzfahrten deutlich zu. Der operative Verlust (bereinigtes Ebita) verringerte sich nach angepassten Zahlen konzernweit um 24 Prozent auf 108 Millionen Euro. Der Konzern bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr, in dem er eine Steigerung des operativen Geschäfts um 10 bis 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr anpeilt.

Co-Chef Joussen betonte, dass bessere Integration auch bei den Tui-Fluggesellschaften mit ihren 141 Flugzeugen nötig sei. "Wenn wir unsere fünf Chartergesellschaften zusammenlegen würden, wären wir bei hoher Auslastung europaweit die Nummer sieben", sagte Joussen. Bisher sei das anders: "Anstatt uns wie eine Airline aufzustellen, verhalten wir uns wie fünf kleine Fluggesellschaften; das wird sich ändern, und das muss sich auch ändern". Die Voraussetzungen dafür würden jetzt geschaffen. Zur Zeit befinde sich der Konzern aber noch in einer Analysephase und Bestandsaufnahme - in einem halben Jahr könnte es mehr Klarheit geben, so Joussen.

Im Bereich Kreuzfahrten soll die Tui Cruises weiter wachsen - im Juni wird mit der "Mein Schiff 4" der zweite Neubau der Flotte in Dienst gestellt. Bei den Hapag-Lloyd-Kreuzfahrten setzt Tui auf ein erstmals positives Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr und auf ein Plus von rund 20 Millionen Euro im Folgejahr. Durch die Fusion entstehe ein Marktführer mit über 35 Millionen Kunden, 300 Hotels, 12 Kreuzfahrtschiffen, 141 Flugzeugen und 1800 Reisebüros. Joussen: "Die Erwartungen sind hoch, die ersten Schritte sind gemacht."

Tui-Aktionärsstruktur

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