Escada: Insolvenz noch diese Woche?

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Der Vorstandsvorsitzende des Modekonzerns Escada, Bruno Sälzer, verlässt am Dienstag, 28. April, in München bei der Hauptversammlung das Rednerpult.

München  - Der Luxusmodekonzern Escada muss möglicherweise noch in dieser Woche Insolvenz beantragen.

Falls sich bis zum Ablauf der Frist an diesem Dienstag nicht genügend Anleger zur Annahme des Umtauschangebotes für eine Anleihe entscheiden sollten, müsse wegen unmittelbar drohender Zahlungsfähigkeit Insolvenzantrag gestellt werden, warnte das Unternehmen am Montag in München . “Eine Verlängerung der Umtauschfrist ist aufgrund der Liquiditätssituation der Gesellschaft ausgeschlossen, ebenso eine weitere Nachbesserung des Angebots.“ Von einer möglichen Pleite von Escada wären rund 2300 Beschäftigte betroffen.

Die Umwandlung der Anleihe, der mindestens 80 Prozent der Gläubiger zustimmen müssen, ist Kernstück eines mehrteiligen Finanzplans zur Rettung von Escada. Falls er scheitert, würde der Vorstand den Aufsichtsrat bei einer Sitzung an diesem Mittwoch informieren, danach stünde dann wohl der Gang zum Insolvenzrichter an.

Notfallplan mit Kapitalerhöhung

Zu dem Notplan gehört auch eine Kapitalerhöhung von rund 29 Millionen Euro, die ebenfalls noch läuft. Ein aktueller Stand der Annahmequote wurde am Montag nicht bekannt. Allerdings hätte der Modekonzern mitteilen müssen, wenn die 50-Prozent-Schwelle überschritten worden wäre. Dies war bisher nicht der Fall.

Ursprünglich sollten die Anleihe-Gläubiger bis 31. Juli Zeit für den Umtausch haben. Wegen mangelnder Resonanz hatte Escada die Umtauschfrist aber zweimal verlängert und das Angebot zudem nachgebessert. Je Alt-Anleihe im Nennwert von 1000 Euro erhalten die Anleger nun eine aus zwei Teilen bestehende neue Schuldverschreibung sowie eine Barzuzahlung im Nennwert von zusammen 400 Euro. Als Nachbesserung des ursprünglichen Angebotes kommen 10 Aktien des Unternehmens aus dem Bestand von Altaktionären hinzu.

Damit hatte Escada auch auf Kritik der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger reagiert. Die Aktionärsschützer hatten bemängelt, der Notplan benachteilige die Zeichner der Anleihe im Falle einer erfolgreichen Sanierung des Unternehmens. Escada mit Sitz in Aschheim bei München war nach hohen Verlusten in die Existenzkrise geraten.

dpa

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