Deutliche Aussage vom ESM-Chef

Griechenland braucht drittes Rettungspaket

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Klaus Regling

Brüssel - Der Chef des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, geht davon aus, dass Griechenland ein drittes Hilfspaket benötigen wird.

 "Es ist ziemlich klar, dass sich Griechenland noch nicht wieder am Markt über eigene Anleihen refinanzieren kann", sagte Regling dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe). Insofern werde Griechenland ein weiteres Rettungspaket benötigen. Am Ende würden dies die Euro-Finanzminister entscheiden.

Im Fall Portugals hält Regling dagegen weitere Hilfen "noch nicht für ausgemacht", auch wenn die Märkte darauf spekulierten. Portugal erfülle seine Ziele weiterhin nach Plan, betonte der deutsche ESM-Chef.

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Die Euro-Länder haben über den vorläufigen Rettungsfonds EFSF in den vergangenen Jahren Griechenland, Portugal und Irland Kredite in Höhe von 192 Milliarden Euro zugesagt. Die Hilfen laufen im nächsten Jahr aus. Der dauerhafte Rettungsfonds ESM vergibt Kredite an Zypern und den spanischen Staat, der damit seine Banken stützt. Regling sagte, es gebe "bislang keine Indizien, dass neue Programme für andere Euro-Staaten hinzukommen".

Zugleich kritisierte er, "dass einige in Nordeuropa Ängste gegen den Euro schüren". Dies sei "verantwortungslos und unbegründet". Die Kosten und Risiken der Euro-Rettung müssten angemessen beurteilt werden, "auch in Deutschland", betonte Regling. Er verstehe zwar die Sorgen der Bundesbürger, da Deutschland bislang am meisten für die Rettung geleistet habe. "Die Milliarden sind aber nicht weg. Es geht um Garantien, um Anteile am ESM und um Kredite, die in den nächsten Jahren zurückgezahlt werden." Kosten für den Bundeshaushalt gebe es bisher kaum.

afp

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