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Kampf gegen Keime: Stiftung Warentest gibt Tipps für eine saubere Küche

Wenn Keime in der Küche lauern, kann es sehr gefährlich werden. Mit den Tipps von Stiftung Warentest wird die Küche blitzblank und das Essen bleibt frei von Bakterien, Viren und Pilzen.

  • Keime in der Küche? Dagegen hilft eine gute Hygiene
  • Stiftung Warentest gibt Tipps, wie das Essen in der Küche sicher bleibt
  • Ein Schutz gegen die Krankmacher: Lebensmittel richtig lagern

Kassel - Keime in der Küche, an verschiedenen Lebensmitteln und auf der eigenen Haut sind nicht unbedingt schlecht für den Menschen - können es aber sein, wenn es „die Falschen“ sind.

Die unsichtbare Gefahr im Essen geht von Keimen wie Schimmelpilzen, Salmonellen, Noroviren und Listerien aus, um nur ein paar zu nennen. Stiftung Warentipps gibt Tipps gegen die Krankmacher in der Küche.

Tipps für das saubere Essen: Stiftung Warentest zeigt welche Bakterien, Vieren und Pilze in der Küche lauern

  • Campyl­obacter: Der häufigste Verursacher von lebens­mittel­bedingten Erkrankungen, der meist durch mangelnde Hygiene in Schlachtbetrieben an das Fleisch kommt. Campyl­obacter kann Magen-Darm-Infekte mit Durch­fall, Bauch­schmerzen und Fieber auslösen.
  • Salmonellen: Sie können über die Ausscheidungen von (meist) Schweinen und Hühnern auf Eierschalen sowie in der Verarbeitung auch auf das Fleisch von Schweinen und Hühnern übertragen werden. Eine Infektion mit den Bakterien kann mehr­tägigem Durch­fall, Kopf­schmerzen, Fieber und Erbrechen verursachen - vor allem bei Babys, Kleinkindern und älteren Menschen kann es auch zu schweren Verläufen bis hin zum Tod kommen.
  • Noroviren: Sie sind besonders im Winter aktiv. Übertragen werden sie vor allem durch den Kontakt mit erkrankten Personen oder verschmutzte Flächen. Allerdings kann das Virus auch durch unter mangelhaften hygienischen Bedingungen zubereitete Lebensmittel, die zudem nicht ausreichend erhitzt wurden, über­tragen werden. Noroviren sind für einen Groß­teil der nicht bakteriell bedingten Magen-Darm-Infektionen verantwort­lich.
  • Escherichia (E.) coli: Die Bakterien können beim Schlachten etwa von Rindern aus dem Tierdarm auf das Fleisch und auf daraus hergestellte Produkte gelangen. Auch Trink­wasser kann mit den Keimen kontaminiert sein, über das sie auf Sprossen und rohes Gemüse gelangen. Escherichia coli ist welt­weit einer der häufigsten Erreger für bakterielle Harnwegs- und Magen-Darm­infekte, Wund- und Atemwegs­infektionen. Zu den E.coli-Bakterien gehört auch Ehec.
  • Listerien:  Die Erreger kommen in der Erde, auf Pflanzen, im Kompost und in Abwässern vor. Sie können über die Erde auch auf Gemüse übergehen. Werden während der Verarbeitung die Hygienemaßnahmen nicht eingehalten, können Listerien auch in verarbeitete Lebensmittel übergehen. Häufig betroffen sind Rohmilchkäse, Räucher­fisch und rohes Fleisch.
  • Schimmelpilzgifte: Schimmelpilz-Sporen werden über die Luft auf Lebensmittel übertragen. Getreide, Trockenfrüchte, Pistazien, Nüsse, Maiskörner, Gewürze und Brot werden besonders oft von Schimmel befallen. Manche Schimmelpilze produzieren krebs­er­regende Gifte, die Aflatoxine.
  • Bacillus-cereus-Bakterien: Sie kommen im Boden und in Staub vor. Vor allem Gerichte, die länger Warm gehalten werden, können mit den Bakterien belastet sein. Die Sporen über­leben auch in Gewürzen und Trockenpilzen. Je nach Art des Gifts gibt es zwei verschiedene Symptome: Bei der einen kann es bis zu 15 Stunden nach dem Verzehr zu Bauchkrämpfen und Durchfall kommen, bei der anderen innerhalb von 30 Minuten bis sechs Stunden zu Übelkeit und Erbrechen.
  • Staphylococcus aureus: Der Keim kommt auf der Haut und Schleimhaut von Mensch und Tier vor, haupt­sächlich im Nasen- und Rachenraum sowie auf eitrigen Wunden. Durch hygienische Mängel kann er auf Lebensmittel gelangen. Er bildet hitzestabile Gifte aus. Er ist heute nur noch selten für lebensmittelbedingte Infektionen verantwortlich. Innerhalb von ein bis vier Stunden kann er Erbrechen, Durchfall, Fieber und Kreislaufkollaps verursachen.
  • Clostridien: Sie gedeihen in sauer­stoff­freien Umge­bungen wie Vakuum­verpackungen und Konserven. Auch Hitze kann den Sporen nichts anhaben. Häufig betroffen ist Räucherfisch. Auch in Honig und eingemachten Lebensmitteln können sie vorkommen. Konserven sind heutzutage kaum noch belastet. Clostridium botulinum produziert Botulinumtoxin und zählt zu den stärksten bekannten Giften. Mögliche erste Anzeichen für Botulismus sind Schluck-, Sprach- und Sehstörungen sowie Mund­trockenheit. Auch Übel­keit, Erbrechen und Durch­fall sowie Lähumgsercheinungen können auftreten.

Tipps für das saubere Essen: Stiftung Warentest zeigt, wie Sie Keime im Kühlschrank vermeiden

Stiftung Warentest gibt Tipps: Ein Kühlschrank, vollgepackt mit Lebensmitteln, kann eine Heimstätte für allerlei Keime in der Küche und im Essen sein (Symbolbild).

Tipp 1 - Kühlschrank: Stiftung Warentest empfiehlt regelmäßige Reinigungen des Kühlgerätes, da sich einige Keime auch bei niedrigen Temperaturen vermehren können. Um zum Beispiel Listerien am Wachsen und Gedeihen zu hindern, hilft eine regelmäßige Essigwäsche. Darüber hinaus sollten Lebensmittel nicht offen im Kühlschrank liegen. Die Luft sollte zirkulieren können - sprich: Den Kühlschrank nicht mit Essen vollstopfen!

Tipps für das saubere Essen: Stiftung Warentest gibt Tipps gegen Keime in der Küche

Tipp 2 - Spüllappen und Schwämme: Die Putzhilfen in der Küche können zu wahren Keimschleudern werden, weshalb laut Stiftung Warentest alle zwei bis drei Tage ein Wechsel von Lappen und/oder Schwamm sinnvoll ist. Die Wäsche bei 60 oder 90 Grad - oder sogar das Erhitzen in der Mikrowelle sind keine Garantie für den Tod der Keime! Während der Nutzung sollten die Puzthilfen immer ausgewrungen und im Falle des Lappens ausgebreitet getrocknet werden.

Stiftung Warentest:Eine gemeinnützige deutsche Verbraucherorganisation
Gründung:04.12.1964 in Berlin
CEO:Hubertus Primus (seit 2012)
Mitarbeiter: 359 (Stand 2018)

Tipp 3 - Schneidebretter: Brettchen können ein toller Spielplatz für Keime in der Küche sein. Beim Schneiden können sie vom Lebensmittel auf das Brett übertragen werden. Wenn dieses nicht ordentlich gereinigt oder gewechselt wird, können die Bakterien, Viren oder Pilze auf anderes Essen übertragen werden.

Stiftung Warentest gibt Tipps: Gerade Brettchen und andere Oberflächen in der Küche können die Gefahr von Keimen im Essen erhöhen (Symbolbild).

Gerade bei der Verarbeitung von Fleisch sollte ein eigenes Brettchen verwendet werden - empfohlen wird das laut Stiftung Warentest auch vom Bundes­institut für Risiko­bewertung. Die intensive Reinigung mit heißem Wasser und Spülmittel gilt übrigens auch für die genutzten Messer!

Tipps für das saubere Essen: Stiftung Warentest - Händewaschen ist wichtig

Tipp 4 - Hände: Eigentlich sollte dieser Tipp selbstverständlich sein, aber in der Küche sollte auch das Händewaschen vor und nach dem Verarbeiten von Lebensmitteln nicht vergessen werden. Wer für sein Essen rohe Eier, Fleisch oder Fisch zubereitet, sollte sich direkt danach sorgfältig die Hände sauber machen. Stiftung Warentest erinnert auch daran: Kleine Wunden an den Fingern sollten sofort versorgt und zur Not mit einem Pflaster geschützt werden!

Tipp 5 - Lebensmittel gut durcherhitzen: Fleisch sollte möglichst imer gut durcherhitzt werden. Stiftung Warentest empfiehlt 70 Grad für zwei Minuten. Dadurch würden die meisten Erreger abgetötet.

Tipp 6 - Bei Hitze gut kühlen: Im Sommer sollten Speisen besonders gut gekühlt werden - auch unterwegs. Also immer an eine Kühltasche denken, wenn es zum Verwandtenbesuch mit mitgebrachten Speisen oder zum Picknick geht. Vor allem Salmonellen verbreiten sich bei Hitze schnell.

Tipps für das saubere Essen: Tipp vom Experten im Video

Um die Infektionsgefahr beim Zubereiten von Geflügelfleisch zu senken, raten Gesundheitsexperten dazu, das Fleisch nicht abzuwaschen. So können sich gefährliche Keime nicht in der Küche verbreiten. Tipps dazu im Video:

Ein weiterer Tipp von Stiftung Warentest zum Kampf gegen Keime in der Küche betrifft das eigene Erscheinungsbild: Die Haare sollten lieber nicht offen getragen werden und auch die Kleidung sollte nicht ins Essen hängen!

Pommes oder Gemüse-Smoothie? Stiftung Warentest gibt nicht nur Tipps zum Umgang mit Essen und Keimen in der Küche, sondern auch zur Ernährung - Denn gesundes Essen senkt das Risiko für eine Krebs-Erkrankung. (Jennifer Greve und Diana Rissmann)

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand / dpa / picture alliance

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