Etappensieg für Gazprom

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Das Logo des russischen Energieversorgers Gazprom hängt in Berlin an der Außenfassade der Deutschlandzentrale des Unternehmens.

Bonn - Der russische Staatskonzern Gazprom steht bei seinen Bemühungen um den Ausbau seiner Marktposition in Deutschland vor einem Etappensieg.

Das Bundeskartellamt will dem Gasproduzenten eine Minderheitsbeteiligung am größten ostdeutschen Gasversorger VNG erlauben. Die Wettbewerbsbehörde erklärte am Freitag, sie erwarte durch das Engagement “keine nachteilige Verstärkung der Marktposition Gazproms“.

Der Schritt ist für die Russen von strategischer Bedeutung. Denn Gazprom will sich nicht länger auf die Rolle des Gaslieferanten beschränken, sondern sucht nach Möglichkeiten, weitere Stufen der Wertschöpfungskette zu besetzten. So übernahmen die Russen im vergangenen Jahr den hessischen Strom- und Telekommunikationsanbieter Envacom und prüfen den Bau von Gaskraftwerken in Bayern .

Millionen für die Brust: Trikotsponsoren der Bundesliga-Saison 2011/12

Mit dem FC Bayern München pflegt die Deutsche Telekom als Hauptsponsor eine langjährige Partnerschaft. Der Kommunikations-Riese überweist den Bayern jährlich bis zu 20 Millionen Euro. © getty
Seit der Saison 2007/2008 sponsert der Essener Energiekonzern den deutschen Meister Borussia Dortmund. Erfolgsabhängig kann der Meister pro Jahr bis zu 9,5 Millionen Euro verdienen. © getty
Die Pose passt zum Trikotsponsor: Die Fluggesellschaft Emirates bezahlt für ihr Engagement beim Hamburger SV rund sieben Millionen jährlich. © getty
Rund 16 Millionen Euro pro Jahr investiert das russische Energieunternehmen Gazprom bei Schalke 04. © getty
Neuzugang Srjdan Lakic präsentiert das VW-Logo - wer sollte auch sonst in der Autostadt Haupt- und Trikotsponsor? Das Unternehmen steckt bis zu 20 Millionen Euro jährlich in den Klub. © 
Bei Aufsteiger FC Augsburg prangt auch in der ersten Liga AL-KO auf der Kickerbrust. Das Unternehmen aus der Branche Fahrzeugtechnik lässt sich das jährlich zirka eine Million Euro kosten. © ap
Lukas Schmitz kam von Schalke 04 zu Werder Bremen - an das für ihn neue Logo der Targobank hat er sich bereits gewöhnt. Die Bank bezahlt jährlich zirka zehn Millionen Euro für ihr Sponsoring. © getty
Das Energieunternehmen Areva unterstützt den 1. FC Nürnberg mit rund drei Millionen pro Jahr. © dpa
William Kvist zeigt das neue Trikot des VfB Stuttgart. Der Trikotsponsor Gazi - ein Unternehmen aus der Lebensmittelbranche - ist der gleiche wie in der Vorsaison. Bis zu sechs Millionen kassieren die Schwaben jährlich. © dpa
Die Deutsche Bahn wirbt für 4,5 Millionen Euro pro Jahr beim Bundesliga-Rückkehrer Hertha BSC. © getty
Für vier Millionen Euro tragen die Profis von Borussia Mönchengladbach den Schriftzug der Postbank spazieren. © getty
Das Handelsunternehmen Rewe wirbt auf der Brust des 1. FC Köln. Die "Geißböcke" erhalten dafür bis zu vier Millionen jährlich. © getty
Der Nahrungsmittelhersteller Ehrmann lässt sich sein Sponsoring beim SC Freiburg zirka 2,5 Millionen Euro pro Jahr kosten. © dpa
Das Pharmaunternehmen Allgäuer Latschenkiefer sponsort den 1. FC Kaiseslautern - für rund vier bis Millionene Euro im Jahr. © getty
Das Trikot von Neuzugang Zoltan Stieber trägt den Schriftzug des Hauptsponsors Entega. Das Energieunternehmen sponsort den 1. FSV Mainz 05 mit drei Millionen pro Jahr. © getty
Der Reiseveranstalter Tui schmückt die Brust von Hannover 96 und überweist dafür rund drei Millionen Euro jährlich an die Niedersachsen. © ap
Die Arbeitskleidung von 1899 Hoffenheim schmückt in der Saison 2011/12 das Logo des neuen Hauptsponsors Suntech. Das Solarenergieunternehmen lässt sich das Engagement rund 4,5 Millionen Euro kosten. © dapd
Die Brust von Bayer Leverkusen ziert diese Saison der Solarzellenproduzent Sunpower. Der Werksklub erhält von der Solarfirma rund sechs Millionen Euro jährlich. © dpa

Die Beteiligung an der VNG hatte Gazprom schon vor zwei Jahren auf 10,52 Prozent verdoppelt, zunächst aber in Abstimmung mit der Wettbewerbsbehörde auf die Ausübung der zusätzlichen Stimmrechte verzichtet. Da die Absprache aber befristet war, müssen die Bonner Kartellwächter nun über den Zukauf entscheiden.

Dabei berücksichtigten die Wettbewerbshüter auch, dass neben Gazprom die BASF-Tochter Wintershall - ein langjähriger Partner der Russen - mit 15,8 Prozent an der VNG beteiligt ist und die Unternehmen zusammen über eine Sperrminorität verfügen werden.

Endgültige Entscheidung am Monatsende

Unter dem Strich sah die Behörde aber dennoch keinen Grund für ein Veto. Zwar habe Gazprom auf dem Markt für die Förderung von Erdgas und den Import nach Deutschland einen Marktanteil von rund einem Drittel. Doch führe die Minderheitsbeteiligung an der VNG nicht zu einer nachteiligen Verstärkung dieser Marktposition.

Auf den nachgelagerten Marktstufen - etwa der Belieferung von regionalen Weiterverteilern durch die überregionalen Ferngasgesellschaften oder die Belieferung von großen Industriekunden - verfügt dagegen nach vorläufiger Einschätzung der Wettbewerbshüter weder VNG noch Wintershall über eine marktbeherrschende Stellung. Hier beobachte das Bundeskartellamt vielmehr eine positive Wettbewerbsentwicklung, hieß es in Bonn.

Die Unternehmen und beigeladene Wettbewerber haben nun noch bis zum 25. Januar Zeit, zu den Plänen der Wettbewerbsbehörde Stellung zu nehmen. Seine endgültige Entscheidung will das Kartellamt nach Ablauf dieser Frist Ende des Monats bekanntgeben.

dapd

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