Barroso wirbt für Bankenunion

Der Präsident der Europäischen Komission, Jose Manuel Barroso.

London - EU-Kommissions-Präsident Barroso rührt weiter die Werbetrommel für eine sogenannte Bankenunion. Man habe jetzt die Bedingungen, dies voranzutreiben, sagte er der “Financial Times“.

In den Staaten der Europäischen Union sei das Bewusstsein für eine stärkere Integration gestiegen. Jose Manuel Barroso möchte bald den nächsten Schritt tun und die größten Banken der 27 EU-Staaten schon im kommenden Jahr unter die Aufsicht einer europaweiten Aufsichtsbehörde stellen. Bisher obliegt die Aufsicht der Banken den einzelnen Staaten. Die Pläne stoßen vor allem in Deutschland und Großbritannien auf starken Widerstand.

So hatten erst am Montag die öffentlichen Banken Deutschlands die Pläne der EU-Kommission kategorisch abgelehnt. Eine europäische Bankenunion sei ungeeignet, die aktuelle Krise zu stoppen, hatte der Präsident des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB), Christian Brand, gesagt.

Es sei zwar verständlich, dass die Kommission längerfristige Perspektiven für die Regulierung des Bankensektors habe. “Das erscheint mir (aber) als falscher politischer Aktivismus, der nichts zur Lösung der akuten Probleme in Griechenland, Spanien und im Euroraum insgesamt beitragen kann.“ Der VÖB lehnt vor allem eine mögliche einheitliche Einlagensicherung ab.

Bundeskanzlerin Angela Merkel deutete zuletzt aber zumindest an, über die Aufsicht von Großbanken reden zu wollen. “Wir werden auch darüber sprechen, inwieweit wir systemische Banken unter eine spezifische europäische Aufsicht stellen müssen, damit nicht nationale Belange eine zu große Rolle spielen. Das sind mittelfristige Ziele“, hatte sie vor einer Woche nach einem Treffen mit Barroso gesagt.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.