Europa will neue Bankenkrise verhindern

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Ein Blick auf das Bankenzentrum in der Innenstadt von Frankfurt. Die Geldinstitute sollen in die Pflicht genommen werden, um eine neue Bankenkrise zu verhindern.

Berlin - Nicht schon wieder eine Bankenkrise: Europa will das Schlimmste verhindern und nimmt seine Geldinstitute in die Pflicht. Sie sollen ihr Eigenkapital stärken. Doch die Kassen schreien entsetzt auf.

Nach Ansicht von Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis sei es ausgeschlossen, dass die Banken ihr Eigenkapital innerhalb weniger Monate auf neun Prozent aufstocken. 

Er betonte, durch das Basel-III-Abkommen sei bis 2018 eine Quote von sieben Prozent vorgesehen. Eine höhere Aufstockung in deutlich kürzerer Zeit sei nicht zu machen. Auch eine Staatsbeteiligung zur Erhöhung der Quote lehnte er ab. Das sei “Unsinn“ und wäre für die Steuerzahler nicht günstiger, sagte er.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte angesichts der Euro- und Bankenkrise stärkere Schutzwälle der Institute gefordert. In Medienberichten hieß es, die Banken sollten ihre sogenannte harte Kernkapitalquote binnen neun Monaten auf neun Prozent anheben - notfalls auch mit Staatshilfen.

Krisenhelfer IWF und Weltbank: Was machen die eigentlich?

Der IWF wurde 1944 zusammen mit der Weltbank in Bretton Woods ( USA) gegründet. Ziel war es, nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Weltwirtschaftssystem mit stabilen Wechselkursen einzuführen. Die Zusammenarbeit in der Währungspolitik und im internationalen Zahlungsverkehr sollte gefördert werden. © dpa
Die Finanzhilfen des IWF sind meist an strenge Auflagen geknüpft - etwa an die Sanierung des Staatshaushalts. © dpa
Der Internationale Währungsfonds ( IWF) ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer aufgestiegen. © dpa
Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen greift ein, wenn Staaten Finanzschwierigkeiten haben oder ihnen der Bankrott droht. Der IWF hilft den Mitgliedsländern dann mit Krediten. © dpa
Chef des IWF ist in der Regel ein Europäer. Aktuell wird er von der früheren französischen Finanzministerin Christine Lagarde gelenkt, die nach dem Rücktritt des Franzosen Dominique Strauss-Kahn an die IWF-Spitze rückte. © ap
Der spätere Bundespräsident Horst Köhler war von 2000 bis 2004 IWF-Chef. Zunehmend drängen aber auch Schwellenländer darauf, den Topposten zu stellen. © dpa
Die Quote bestimmt auch das Mitspracherecht. Der Einfluss aufstrebender Schwellenländer - etwa Chinas oder Indiens - beim IWF wurde zuletzt mit einer Stimmrechts- und Quotenreform erhöht. © dpa
Die Kapitaleinlagen (Quoten) der mittlerweile 187 Mitgliedsländer richten sich unter anderem nach der Stärke ihrer Volkswirtschaft. © dpa
Gerade in der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt der IWF eine wichtige Rolle. Zusammen mit den Europäern schnürte der Währungsfonds Milliarden-Rettungspakete für die Schuldensünder Griechenland, Irland und Portugal. © dpa
Die Weltbank steht nicht ganz so stark im Licht der Öffentlichkeit wie der IWF. Ursprünglich war ihr Ziel, nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau zu fördern und in Zusammenarbeit mit dem IWF stabile Währungen zu schaffen. © ap
Seit den 1960er Jahren liegt ihre Hauptaufgabe in der Entwicklungshilfe. Schwerpunkte sind die Förderung von Infrastruktur, Privatwirtschaft und Umweltprojekten sowie der Kampf gegen Armut und Krankheiten. © dpa
Im Gegenzug zur europäischen Besetzung der IWF-Spitze wird die Weltbank traditionell von einem Amerikaner geleitet, ab 1. Juli 2012 führt Jim Yong Kim die internationale Finanzeinrichtung. © dpa

Auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann will die Banken in die Pflicht nehmen und notfalls zu einer besseren Krisenvorsorge zwingen. “Letztlich muss man auch bereit sein, Druck auszuüben“, sagte Weidmann laut Bild.de. Banken sollten aus eigener Kraft ihr Eigenkapital stärken. Im Notfall sei es aber wichtig, Banken stützen zu können. “Hier sind die einzelnen Staaten gefordert. Wenn nötig können sie sich hierfür Mittel beim Rettungsschirm EFSF leihen“, sagte er.

Doch die Banken wollen es dieses Mal ohne staatliche Hilfe schaffen. “Die Deutsche Bank wird alles tun, dass sie auch diesmal kein Staatsgeld braucht“, sagte Vorstandschef Josef Ackermann am Donnerstag bei einem Kongress in Berlin. Dies könne auch heißen, dafür Einschnitte im Geschäft hinzunehmen.

dpa/dapd

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