Jetzt arbeitet er in China

Ex-Arcandor-Chef Middelhoff hat neuen Job

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Thomas Middelhoff macht einen Neuanfang.

Essen - Ex-Arcandor-Chef Middelhoff macht einen Neuanfang in Asien. Streit und Prozesse sollten nicht seine nächste Lebensdekade bestimmen, sagt der 60-Jährige.

Ex-Arcandorchef Thomas Middelhoff (60) hat einen neuen Job angetreten: Er ist Vorstand und Teilhaber des neu gegründeten internationalen Medienunternehmens BT Capital mit Sitz in Hongkong. Middelhoff werde das Unternehmen gleichberechtigt mit dem chinesischen Medienunternehmer Bruno Wu führen, der zusammen mit seiner Frau Lan Yang die Mehrheit der Unternehmensanteile halte, teilte Middelhoffs Büro am Montag mit. Middelhoff sei mit einer „signifikanten Minderheitsbeteiligung“ dabei.

Er kenne Wu seit vielen Jahren noch aus seiner Zeit bei Bertelsmann, sagte Middelhoff der dpa. „Ich bin richtig froh über diese unternehmerische Chance, das ist fast wie ein Lottogewinn.“ Den neuen Job sehe er auch als Neubeginn: „Die Prozesse und der Streit mit Sal. Oppenheim und Esch sollen nicht meine nächste Lebensdekade bestimmen.“

Das neue Unternehmen will sich auf Filmproduktionen und Social Media in China konzentrieren, spreche aber auch mit westlichen Medienunternehmen, die Zugang zum chinesischen Markt suchen. Wu gilt als einer der großen Medienunternehmer in China mit Beteiligungen an zahlreichen Produktionsgesellschaften und Verlagen. BT Capital plane die Eröffnung weiterer Büros unter anderem in New York, Paris, London und Berlin, hieß es in der Mitteilung.

In Deutschland hatte Middelhoffs Ruf als Manager unter der Pleite des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor im Jahr 2009 gelitten. Gegen ihn laufen noch Prozesse im Zusammenhang mit seiner Arbeit bei Arcandor. In einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag) sagte er: „Es ist absolut nicht fair, dass mein Name mit dem Untergang von Arcandor verbunden wird. Zum fraglichen Zeitpunkt war ich schon monatelang nicht mehr Vorstandschef. Mit mir hätte es keine Insolvenz gegeben. Meine Leute und ich hatten die richtige Strategie entwickelt.“

dpa

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