Ex-Kanzler Schröder weist Spekulationen über WestLB-Mauschelei zurück

+
Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder. Foto: Maurizio Gambarini/Archiv

Düsseldorf (dpa) - Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat im WestLB-Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags Spekulationen über Mauscheleien beim Verkauf des Stahlkonzerns Salzgitter zurückgewiesen.

Er sei 1998 als damaliger Ministerpräsident Niedersachsens nicht an der Preisgestaltung beteiligt gewesen, sagte Schröder im Zeugenstand. Für ihn sei aber klar gewesen, dass Salzgitter, an dem die WestLB über Preussag beteiligt war, in Niedersachsen bleiben müsse.

"Ich habe gesagt: Das kaufen wir - basta", sagte Schröder. An Gespräche darüber mit dem damaligen WestLB-Chef Friedel Neuber könne er sich aber konkret nicht erinnern. Der Untersuchungsausschuss geht der Frage nach, wie es zu den Milliardenverlusten der ehemaligen NRW-Landesbank kommen konnte.

1998 war die Salzgitter AG - anders als ursprünglich geplant - nicht nach Österreich verkauft worden, sondern an das Land Niedersachsen. Schröder soll das persönlich im Gespräch mit Neuber eingestielt haben. Der Ausschuss beruft sich dabei auf das Buch "Wildwuchs auf der Chefetage" des ehemaligen Vorstands der Preussag-Stahlsparte, Hans-Joachim Selenz.

Er sei mit Selenz einig gewesen, dass Salzgitter nicht ins Ausland verkauft werden sollte, sondern die 12 000 Arbeitsplätze in Niedersachsen bleiben sollten, erklärte Schröder. "Das war der Kern der ganzen Überlegung." Zu Spekulationen, der Kaufpreis sei zu niedrig ausgefallen, sagte Schröder: "Wir haben einen fairen, marktgerechten Preis bezahlt."

Vor zwei Jahren war die WestLB nach Milliardenverlusten zerschlagen worden; die Abwicklung dauert an. Zu ihren besten Zeiten hatte die einst größte deutsche Landesbank 2001 konzernweit rund 11 500 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von 432 Milliarden Euro.

Zeugenliste

Mitteilung des Landtags vom 8.12.

Untersuchungsauftrag

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.