Ex-VW-Vorstandschef Carl H. Hahn feiert heute seinen 85. Geburtstag

Feiert heute seinen 85. Geburtstag: der frühere VW-Chef Carl H. Hahn. Foto: dpa

Wolfsburg/Baunatal. „Ein Mann mit Benzin im Blut“ – das hat Ferry Porsche einst über Carl H. Hahn gesagt. Der Mann aus Chemnitz war einer der bedeutendsten deutschen Automobil-Manager. Unter seiner Führung stieg Volkswagen zum weltweit führenden Unternehmen der Branche auf. Heute feiert er seinen 85. Geburtstag.

Die Begeisterung fürs Auto wurde ihm in die Wiege gelegt. Sein Vater war Mitbegründer der Auto Union in Sachsen. Schon als Fünfjähriger stiefelte der kleine Carl durch die Fabrikhallen. Als er nach Kriegsende ein Wirtschaftsstudium begann, machte er nebenher eine Lehre zum Autoschlosser.

Doch sein Weg führte nicht in die Entwicklung, sondern in den Vertrieb. Frisch promoviert sammelte er erste Erfahrungen bei Fiat, ehe ihn 1954 VW-Chef Heinrich Nordhoff unter seine Fittiche nahm. Er schickte Hahn 1959 mit gerade 32 Jahren in die USA.

Die Amerikaner fuhren große, schwere Straßenkreuzer – der Käfer verkörperte das Gegenteil. Aber Hahn sorgte mit einer legendären Werbekampagne dafür, dass die Amerikaner den „Beetle“ lieben lernten. VW wurde zur erfolgreichsten ausländische Automarke.

Auch Hahn fand in den USA seine Liebe. Mit seiner Frau Marisa hat er drei Söhne und eine Tochter. Das Ehepaar lebt heute bei Wolfsburg.

VW holte den Starverkäufer 1964 als Vertriebschef in den Vorstand. Nach Differenzen um Audi ging er 1972 zum Reifenhersteller Continental. Zehn Jahre später holte ihn VW zurück – als Vorstandschef.

Damals steckte der Konzern in einer Krise. In zehn Jahren an der Konzernspitze legte Hahn den Grundstein für das heutige Weltunternehmen. Er machte Audi zur Premiummarke, kaufte Seat und Skoda und begann das Geschäft mit China, wo VW heute Marktführer ist.

Davon hat auch das VW-Werk in Baunatal profitiert, das etwa die Hälfte aller Getriebe im Konzern produziert. Außerdem bewilligte Hahn 1986 den Bau der Gießerei sowie die Erweiterung des Original-Teile-Centers – beides wichtige Standbeine des Standorts.

Als Hahn Ende 1992 vorzeitig in den Aufsichtsrat wechselte, steckte Volkswagen in der Krise. Erst sein Nachfolger Ferdinand Piëch sollte den Konzern wieder in die Gewinnzone steuern.

Von Marcus Janz

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