Diskussion um Bahnpreiserhöhung

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Die Bahn überlegt, auf eine Preiserhöhung zu verzichten

Berlin - Angesichts zahlreicher Qualitätsmängel fordern Verkehrsexperten die Deutsche Bahn zum Verzicht auf höhere Fahrpreise im kommenden Jahr auf.

Sowohl der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Anton Hofreiter, als auch der Vorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Michael Gehrmann, begrüßten die Erwägungen des Unternehmens, die Ticketpreise nicht anzuheben. “Erst müssen Service, Pünktlichkeit und Sauberkeit verbessert werden, dann könnte die Bahn mehr Geld verlangen“, sagte Hofreiter der “Berliner Zeitung“ (Montagausgabe).

Deutsche Bahn riskiert Kundenverlust

"Für Fahrgäste ist es schlichtweg nicht nachvollziehbar, wenn die Bahnpreise alljährlich zum Fahrplanwechsel ohne Verbesserungen von Qualität und Angebot angehoben werden“, erklärte Gehrmann. Auf diese Weise verliere die Bahn zunehmend an Attraktivität. Wenn zudem gleichzeitig Milliarden für den Ankauf von Konkurrenten oder den Bahnhofsumbau “Stuttgart 21“ ausgegeben würden, könne dies dazu führen, “dass immer mehr Menschen der Bahn den Rücken kehren.“

Stuttgart 21: Zehntausende demonstrieren

Gegner des Bahnprojekts "Stuttgart 21" demonstrieren am Freitag in Stuttgart. Trotz der Abholzung der ersten Bäume für "Stuttgart 21" im Schlossgarten wollen die Gegner ihren Protest gegen das Milliardenprojekt fortsetzen. © dapd
Gegner des Bahnprojekts "Stuttgart 21" demonstrieren am Freitag in Stuttgart. Trotz der Abholzung der ersten Bäume für "Stuttgart 21" im Schlossgarten wollen die Gegner ihren Protest gegen das Milliardenprojekt fortsetzen. © dapd
Ein Gegner des Bahnprojekts "Stuttgart 21" hält am Freitag in Stuttgart während einer Demonstration gegen das Bahnprojekt "Stuttgart 21" ein Transparent mit der Aufschrift "Staatsterror der Deutschen TaliBahn". © dapd
Der Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Gruenen, Cem Özdemir (r.), unterhält sich am vor dem Start der Freitagsdemonstration gegen das Bahnprojekt "Stuttgart 21" im Schlossgarten mit einem Demonstranten. © dapd
Eine Gegnerin des Bahnprojekts "Stuttgart 21" bläst am Freitag in Stuttgart während einer Demonstration gegen das Bahnprojekt "Stuttgart 21" in eine Trillerpfeife. Trotz der Abholzung der ersten Bäume fuer "Stuttgart 21" im Schlossgarten wollen die Gegner ihren Protest gegen das Milliardenprojekt fortsetzen. © dapd

Auch der Fahrgastverband Pro Bahn lehnt höhere Preise ab. “Es wäre ein ganz wichtiges Signal an die Reisenden, wenn die Bahn nach den vielen Störungen im vergangenen Sommer und Winter darauf verzichten würde“, sagte Pro-Bahn-Chef Karl-Peter Naumann der Zeitung. Die Bahn brauche zwar vernünftige Einnahmen, um ihre Mitarbeiter bezahlen zu können, aber es müsse auch die entsprechende Leistung dahinter stehen. “Das ist derzeit nicht der Fall“, urteilte Naumann.

Nach Pannenjahr erwägt DB Verzicht auf Preiserhöhung

In den vergangenen Monaten hatte es bei der Bahn zahlreiche Pannen gegeben. Im Winter fielen etliche Züge aus, weil sie während der Frostperiode ihren Dienst versagten, im Sommer fielen wegen der Hitze zahlreiche Klimaanlagen in den Zügen aus. Der Bahn-Experte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, Holger Krawinkel, sagte dem Blatt: “Die Reisenden sind deshalb genug sensibilisiert. Mit weiteren Preissteigerungen könnte die Bahn riskieren, dass ihr massenweise die Kunden weglaufen.“ Medienberichten zufolge erwägt die Bahn, erstmals nach acht Jahren auf eine Preiserhöhung zum Fahrplanwechsel im Winter zu verzichten. Eine Entscheidung ist angeblich noch diese Woche zu erwarten.

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