Exporte und Investitionen bringen starken Aufschwung

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Der starke Export ist einer der Hauptgründe für das kräftige Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr 2010.

Wiesbaden - Der brummende Export, steigende Investitionen der Unternehmen und sogar der lange Zeit zögerliche private Konsum sind Hauptursachen für den unerwartet kräftigen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bestätigte am Dienstag das bereits Mitte August gemeldete Plus von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung vor 20 Jahren.

Den jetzt vorgelegten detaillierten Angaben der Statistiker zufolge investierten die Unternehmen sowohl in Ausrüstungen (plus 4,4 Prozent) als auch in Bauten (plus 5,2 Prozent) deutlich mehr als im Vorquartal. Allerdings bewegten sich vor allem die Ausrüstungsinvestitionen nach zum Teil zweistelligen Rückgängen während der Wirtschaftskrise auf einem immer noch relativ niedrigen Niveau, merkte das Bundesamt an.

Beim Anstieg der Bauinvestitionen handele es sich zudem zum Teil um Nachholeffekte nach dem strengen Winter. Positiv trug der Außenhandel zum BIP bei. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen stiegen mit plus 8,2 Prozent zum Vorquartal stärker als die Importe (plus 7,0 Prozent), so dass der Exportüberschuss einen Wachstumsbeitrag von 0,8 Prozentpunkten zum BIP leistete. Aber auch der inländische Konsum kam in Schwung: Die privaten Konsumausgaben waren um 0,6 Prozent höher als in den ersten drei Monaten des Jahres.

Der Staat erhöhte seine Konsumausgaben ebenfalls leicht um 0,4 Prozent. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle äußerte sich hoch erfreut über das Wachstum. “Die Erholung der deutschen Wirtschaft hat deutlich an Breite gewonnen“, erklärte der FDP-Politiker.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sagte laut Handelsblatt Online für das Gesamtjahr ein Wachstum von über 3 Prozent voraus und hob damit seine Prognose von 1,9 Prozent deutlich an.

Privatkonsum im Jahresvergleich rückläufig

Im Vergleich zum Vorjahresquartal wuchs die deutsche Wirtschaftsleistung preisbereinigt um 4,1 Prozent, nach einer Zunahme des BIP um 2,1 Prozent in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres. Die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2010 wurde von rund 40,3 Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 72.000 Personen oder 0,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Bundesamt errechnete.

Auch im Jahresvergleich machte sich das Wiedererstarken der Exporte bemerkbar: Preisbereinigt wurden 19,1 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert, die Importe stiegen etwas weniger stark um 17,8 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen von Staat und Unternehmen stiegen preisbereinigt um 9,5 Prozent gegenüber dem zweiten Vierteljahr 2009, die Bauinvestitionen um 5,2 Prozent. Hier zeigten sich auch die Auswirkungen der staatlichen Konjunkturprogramme, erklärten die Statistiker

 Lediglich die privaten Konsumausgaben waren im Vorjahresvergleich noch rückläufig und sanken preisbereinigt um 0,7 Prozent. Dies sei unter anderem auf das Auslaufen der Abwrackprämie zurückzuführen, erklärten die Experten. Eine deutliche Kluft gibt es weiter in den Einkünften aus Arbeit und aus Kapital: Während das Arbeitnehmerentgelt lediglich um 2,5 Prozent anstieg, verzeichneten die Unternehmens- und Vermögenseinkommen den Angaben zufolge einen sehr deutlichen Zuwachs von 21,9 Prozent.

dapd

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