"Fragil und unstetig"

EZB: Konjunktur gefährlich für Finanzsystem

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Die wirtschaftliche Erholung verlaufe schwach, fragil und unstetig, konstatierte die EZB.

Frankfurt/Main - Die flaue Konjunktur im Euroraum stellt aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) ein erhebliches Risiko für das Finanzsystem dar.

Die wirtschaftliche Erholung verlaufe schwach, fragil und unstetig, heißt es im Finanzstabilitätsbericht der Notenbank. Eine Gefahr sieht die EZB in der anhaltenden "Jagd nach Rendite" unter Investoren.

Diese Jagd ist nicht zuletzt eine Folge der Niedrigzinspolitik aller großen Notenbanken. Zurzeit sei der Stress im Finanzsystem aber so gering wie letztmalig 2007, also vor der weltweiten Finanzkrise, betonte die EZB zugleich.

Die Notenbank nennt drei zentrale Risiken für das Finanzsystem: Zum einen könnte sich die derzeit starke Nachfrage nach riskanteren Anlageformen abrupt umkehren. Ein Einbruch könnte nach Ansicht von Experten wie in der letzten Finanzkrise zu erheblichen Turbulenzen am Finanzmarkt führen. Zum anderen warnt die Notenbank vor einer konjunkturbedingt schwachen Ertragslage der Geldhäuser. Dies könnte die Fähigkeit der Banken beeinträchtigen, sich gegen künftige Krisen zu wappnen.

Darüber hinaus bestehe die Gefahr, dass Investoren abermals das Vertrauen in die Schuldenbewältigung der Staaten verlieren könnten - wie es schon einmal während der Schuldenkrise der Fall war. Trotz erzielter Fortschritte bleibe die Situation angesichts hoher Schuldenstände, schwachen Wachstums und geringer Inflation herausfordernd. Auch könnte die ruhigere Marktlage dazu führen, dass die Regierungen Spar- und Reformmaßnahmen hinausgezögern würden.

EZB-Chef Mario Draghi sagte vor dem finnischen Parlament, der gesamte EZB-Rat sei falls notwendig zu weiteren außergewöhnliche Maßnahmen bereit. Zur Ausgestaltung der möglichen neuen Maßnahmen machte Draghi mit Verweis auf die Schweigeperiode vor der Zinsentscheidungen der EZB in der kommenden Woche keine Angaben.

Die EZB könnte im Kampf gegen Wachstumsschwäche und Niedriginflation bald in den großangelegten Kauf von Staatsanleihen einsteigen, wie EZB-Vizechef Vítor Constâncio erst zur Wochenmitte auf einem Bankenkongress in London deutlich machte. Sollten bereits beschlossene Lockerungsschritte der EZB nicht ausreichen, werde die EZB den Kauf zusätzlicher Wertpapiere wie Staatsanleihen in Erwägung ziehen, erklärte Constâncio.

dpa

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