Fachkräfteproblem: Kommentar zur Lockprämie von Rainer Brüderle

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle will ausländische Fachkräfte mit einer Prämie ins Land locken. Ein Kommentar von Wirtschaftsredakteurin Martina Wewetzer.

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Mit dem wirtschaftlichen Erfolg kehrt ein altes Problem zurück: Fachkräftemangel. Mit einer von Firmen gezahlten Lockprämie will Wirtschaftsminister Rainer Brüderle Profis ins Land holen. Denn Deutschland hat ein Fachkräfteproblem, das in den nächsten Jahren noch spürbarer wird. Aber wie dick muss der Prämienköder sein, damit Fachkräfte anbeißen? 100 oder 1000 Euro, steuerbefreit?

Statt solch aberwitzige Luftnummern zu produzieren, könnte Brüderle seinen Sommer auch mit dem Sinnieren über das Versagen der Politik vertun. Denn seit Jahren ist es ihr nicht gelungen, Schulsysteme derart zu reformieren, dass künftige Fachkräfte aus den Reihen der Bevölkerung kommen und dass Familie und Beruf vereinbar werden. Dies wäre aber der entscheidende Weg. Denn sonst sind auch die ausländischen Fachkräfte schnell wieder weg.

Das Geld für die Lockprämie wäre besser ausgegeben, wenn Unternehmen sich nicht nur der Besten annähmen, sondern jenen eine Chance gäben, deren Lebenslauf nicht glatt verlaufen ist. In Deutschland gibt es in Betrieben Personal-Quoten für alles mögliche, warum nicht eine Zweite-Chance-Quote? Das Lockvogel-Geld würde direkt im Betrieb in Ausbildung investiert.

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