Neue Sicherheitsmerkmale und Optik

Fälscherschreck: Neuer 20-Euro-Schein - Fragen und Antworten

Kassel. Ab 25. November wird der neue 20-Euro-Schein eingeführt. Worauf Verbraucher achten müssen, lesen Sie hier. Auch im Video zeigen und erklären wir diesen neuen Schein.

4,3 Milliarden Banknoten im Wert von 86 Mrd. Euro kommen schrittweise ab 25. November in Umlauf. 3,3 Mrd. Exemplare des alten werden nach und nach aus dem Verkehr gezogen.

Warum werden neue Banknoten eingeführt?

Alle Euroscheine haben eine Reihe von Sicherheitsmerkmalen. Durch die technische Entwicklung verbessert sich die Fälschungssicherheit ständig. Dem tragen die neuen Noten mit innovativen und aufwändigen Schutzvorkehrungen Rechnung.

Vom Fünfer und Zehner gibt es bereits neue Banknoten. Warum werden nicht alle Stückelungen gleichzeitig ersetzt?

Die zeitgleiche Einführung im gesamten Euroraum wäre organisatorisch und logistisch ein gewaltiger Kraftakt. Außerdem sind die Produktionskapazitäten begrenzt. Zurzeit sind 18 Milliarden Euroscheine mit einem Wert von gut einer Billion - in Zahlen 1 050 000 000 000 Euro in Umlauf.

Verlieren die alten Banknoten ihre Gültigkeit?

Nein. Für einen unbestimmten Übergangszeitraum werden Handel und Geschäftsbanken beide Scheine akzeptieren. Und danach tauschen alle nationalen Zentralbanken die alten Banknoten zeitlich unbefristet und gebührenfrei um.

Was ist anders an dem neuen Schein?

Eine ganze Reihe von Merkmalen, die ihn noch fälschungssicherer machen als den alten (siehe Grafik). Vor allem das Portraitfenster mit dem Konterfei der Königstochter Europa aus der griechischen Mythologie im Hologrammstreifen auf der Vorderseite gilt als sehr schwer fälschbar. „Da werden sich die Fälscher die Zähne ausbeißen“, sagt der Sprecher der Hauptverwaltung Hessen der Bundesbank, Franz Conrads. Das Motiv ist geblieben. Allerdings sind die Farben des neuen Scheins kräftiger und gehen ins Rötliche. Für Blinde gibt es am linken und rechten Rand tastbare Linien, die Unterscheidung der Stücklelungen erleichtern.

Wie erkenne ich falsche Banknoten?

Durch den Dreiklang „fühlen, sehen, kippen“. Die Echtheit lässt sich durch die erhabenen Linienstrukturen erfühlen, durch den Hologrammstreifen mit dem Wasserzeichen der Europa erkennen und durch die so genannte Smaragd-Zahl auf der Vorderseite links, die ihre Farbe je nach Blickwinkel ändert, erkippen.

Werden, wie in der Vergangenheit, Probleme etwa mit Fahrscheinautomaten der Deutschen Bahn erwartet?

Nein. Nach den Erfahrungen bei der Einführung der neuen Fünf- und Zehn-Euro-Scheine sollte es keine größere Probleme geben. Schon beim neuen Zehner gab es kaum nennenswerte Schwierigkeiten.

Wann wird der Fünfziger ersetzt?

Voraussichtlich nicht vor 2017.

Wie viel Falschgeld ist im Umlauf?

Im ersten Halbjahr 2015 hat die Bundesbank 50 500 falsche Geldscheine im Wert von 2,2 Millionen Euro registriert. Das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwar ein Plus von 31 Prozent, aber Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele bezeichnet dies auch im internationalen Vergleich als gering. Rein rechnerisch bekommt ein Bundesbürger nach Berechnungen der Bundesbank nur alle 1800 Jahre eine falsche Euro-Banknote in die Hände. Das liegt daran, dass gute Fälschungen derart aufwändig in der Herstellung sind, dass das Geschäft kaum noch lohnt.

Welche Scheine sind bei Fälschern am beliebtesten?

20-er und 50er. Sie stellen derzeit 90 Prozent der unechten Banknoten.

Wie lange halten Geldscheine?

Ein Jahr bis zehn Jahre. Je geringer der Wert, desto schneller sind sie verschlissen. Grund ist deren die höhere Nutzungshäufigkeit.

Rubriklistenbild: © Schachtschneider

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