Fall Gribkowsky: Neue Hinweise auf Ecclestone-Erpressung

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Hat Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky (links) Formel-1-Mogul Bernie Ecclestone erpresst?

München - Kurz vor Beginn des Prozesses gegen den Ex-Vorstand der Bayerischen Landesbank, Gerhard Gribkowsky, sorgt die Zeugenaussage einer Ex-Mitarbeiterin für Wirbel. 

Sie untermauere die Behauptung von Formel-1-Mogul Bernie Ecclestone, er sei erpresst worden, berichtete das Nachrichtenmagazin “Der Spiegel“ am Samstag vorab. Gribkowsky selbst bestreitet dies. Die Frau habe in ihrer Vernehmung vor der Staatsanwaltschaft München über ein Papier berichtet, das eine Verbindung zwischen Ecclestone und dem Familientrust seiner Ehefrau nahegelegt habe. Bei einem Nachweis dieser Verbindung hätte der Trust vermutlich Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe leisten müssen. Das Papier habe ihr ein TV-Rechtehändler übergeben, den sie im Jahr 2004 im Auftrag der Bank besucht und der mit Ecclestone einen Rechtsstreit geführt habe.

Schriftstück auf Ecclestones Schreibtisch liegen lassen

Das Schriftstück habe sie im Anschluss an Gribkowsky weitergereicht. Er habe ihr später triumphierend erzählt, er habe das Papier bei Ecclestone in London unauffällig auf dessen Schreibtisch liegen lassen. Kurz danach habe sich Ecclestone empört gemeldet und gefragt, woher er das Papier habe. Die Zeugin bestätigte damit im Kern eine Darstellung des Ecclestone-Biografen Tom Bower, der sich auf ein Gespräch mit Gribkowsky bezog.

Bernie Ecclestone: Seine besten Sprüche

“Ich denke, wenn die Leute 100 werden, dann sollten sie anfangen, über die Pension nachzudenken. Ich bin da aber nicht sicher.“ (Formel-1-Chef Bernie Ecclestone) © Getty
“Wenn ich mitten in einem Grand Prix sterben würde - kein Problem! Mir wäre aber lieber, wenn es erst nach dem Zieleinlauf passiert.“ (Ecclestone über den Tod) © Getty
“Am Morgen nach meinem Tod - und die ersten zwölf Exemplare gehen ans Finanzamt.“ (Ecclestone auf die Frage, wann seine Autobiographie erscheint) © Getty
“Ich würde versuchen, eine 18-jährige Freundin zu finden.“ (Ecclestone auf die Frage, was er machen würde, wenn er noch mal 22 Jahre alt wäre) © Getty
“Ich denke, mit Demokratie bringt man den Laden nicht zum Laufen.“ (Ecclestone über sein Geschäftsprinzip) © Getty
“Ich würde auch als Blumenhändler versuchen, so gut wie möglich abzukassieren. Doch mein Herz hängt am Motorsport.“ (Ecclestone zum selben Thema) © Getty
“Wir sind nicht so etwas wie die Mafia, sondern wir sind die Mafia.“ (Ecclestone über seine langjährige Zusammenarbeit mit dem damaligen Weltverbandschef Max Mosley) © Getty
“Warum sollte ich Bodyguards nehmen? Von der einzigen Person, die mich unter Druck setzt, bin ich jetzt geschieden.“ (Ecclestone in Anspielung auf die Trennung von seiner Frau Slavica) © Getty
“Ich liebe es, nach Japan zu fliegen! Dort sind alle so groß wie ich.“ (Ecclestone vor einer Reise zum Japan-Grand-Prix) © Getty
“Bei manchen Auslaufzonen geht einem das Benzin aus, bevor man in die Streckenbegrenzung kracht.“ (Ecclestone zur verbesserten Sicherheit auf Formel-1-Strecken) © Getty
“Das einzig Gute an Olympia ist die Eröffnungs- und die Schlussfeier. Das ist eine tolle Show. Ansonsten ist es völliger Quatsch.“ (Ecclestone am Dienstag zu den Olympischen Spielen 2012 in seiner Heimatstadt London) © Getty

In seiner Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft hatte Ecclestone dem Bericht zufolge angegeben, Angst gehabt zu haben. Er habe wegen einer laufenden Steuerprüfung der britischen Finanzbehörden befürchtet, dass Hinweise von Gribkowsky weitere Nachforschungen hätten auslösen können. In diesem Fall wäre er pleite gewesen, ohne Haus, “ohne Armbanduhr“. Dies sei der einzige Grund für die Millionenzahlungen gewesen.

Gribkowsky muss sich vom 24. Oktober an wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit dem Verkauf der Formel-1-Rechte verantworten. Der frühere Risikomanager der BayernLB soll von Ecclestone Schmiergeld kassiert haben, damit die Landesbank ihre Beteiligung an der Rennserie an den britischen Finanzinvestor CVC verkauft.

dapd

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